SSV Ulm 1846 Fußball DFB Pokal Auslosung: Der lustig-lange Weg zurück aus Dortmund

Die Delegation des SSV Ulm fuhr am Sonntag länger ICE als gewollt.
Die Delegation des SSV Ulm fuhr am Sonntag länger ICE als gewollt. © Foto: dpa
Ulm / Tobias Knaack 27.08.2018
Die Delegation des SSV Ulm 1846 Fußball, die zur Auslosung des DFB Pokals nach Dortmund gefahren war, erlebte auf dem Rückweg eine Bahn-Odyssee.

Für eine Bahnfahrt von Dortmund nach Ulm kann man – je nachdem, welche Verbindung man nimmt – viereinhalb bis fünfeinhalb Stunden planen. Das verrät ein Blick auf die Homepage der Deutschen Bahn. Für eine Bahnfahrt von Dortmund nach Ulm kann man aber auch bedeutend länger brauchen und am Ende ein Taxi nehmen müssen. Das zeigt eine Reise mit der Deutschen Bahn. Und das hat die Delegation des SSV Ulm 1846 Fußball, die zur Auslosung der zweiten Runde des DFB Pokals nach Dortmund gefahren war, am Sonntag erfahren müssen.

Erst Verspätung, dann Anschluss verpasst

Die fünfköpfige Delegation um Max Rieck, den Leiter Medien und Kommunikation, war nach der erfolgreichen Auslosung in Dortmund, die dem SSV mit Fortuna Düsseldorf den zweiten Bundesligisten beschert hatte, schnell in Turbulenzen geraten. Denn, so erzählt Rieck, gleich der erste Zug hatte derart viel Verspätung, dass der Anschluss in Richtung Ulm verpasst wurde. Den Spaß freilich wollten sich die Ulmer nach dem zweiten tollen Los des diesjährigen Wettbewerbs freilich nicht vermiesen lassen und posteten auf Facebook einen Beitrag.

Darin unter Verlinkung auf die Facebook-Seite der Deutschen Bahn: „Wir freuen uns auf euch Fortuna Düsseldorf! Doch Vorsicht: mit der Deutsche Bahn Personenverkehr anzureisen könnte problematisch werden. Wir sind auf der Rückfahrt von der Auslosung und wissen noch nicht, ob wir jemals wieder in Ulm ankommen.“

Vorschlag der Bahn: Ankunft 4:40 Uhr

So völlig aus der Welt gegriffen war die Formulierung letztlich nicht. Denn die Optionen zu später Stunde wurden rar. Das verdeutlichte auch eine freundlich-besorgte Antwort der Bahn auf den Ulmer Post, in der ein DB-Mitarbeiter fragte, in welchem Zug das Quintett denn sitze. Die Ulmer Antwort? Eine Antwort aus Bahn-Sarkasmus und Fußball-Ironie: „Nachdem der ICE 846 mit über 30 Min. Verspätung kam, wurde der ICE 605 nicht erreicht. Nun sitzen wir jetzt im ICE 341 und kommen maximal bis Frankfurt bzw. Stuttgart, die sind aber beide nicht mehr im DFB-Pokal.“ Zwinkersmiley.

Die nette, aber wenig ermutigende Bahn-Fahrplan-Hilfe des DB-Mitarbeiters: „Oh, man das ist ja wirklich ärgerlich. Tut mir leid, dass der Anschlusszug nicht warten konnte. Der ICE 341 wird voraussichtlich um 22.52 Uhr in Frankfurt Hbf ankommen. Ab dort fährt der ICE 619 um 0.07 Uhr bis Ulm. Ankunft ist dann in Ulm um 4.40 Uhr.“ Es folgte eine Entschuldigung und ein Link zum Entschädigungsformular der Bahn.

Neue Freunde

Letztlich strandete die Ulmer Pokal-Abordnung weit nach Mitternacht zunächst in Stuttgart, um dann mit dem Taxi nach Ulm zu gondeln, erzählt Kommunikations-Chef Rieck. Und besser noch: Der SSV hat sich auch noch neue Freunde gemacht. So wurde der Ursprungs-Post fleißig kommentiert. Nutzer Micha Haaga etwa schrieb: „Naja bis zum 30/31.10 sind es ja noch ein paar Tage. Haltet durch!“ Und einen besonderen „Fan“ konnten die Ulmer in Christoph Bauditz wohl auch noch gewinnen. Der schrieb am Montag: „Vielen Dank an die Auslosungs-Delegation des SSV Ulm die mich als gestrandeten Dortmunder über den größten Teil des Heimwegs begleitet haben.“ Er selber hatte offenbar eine ebenso ereignisreiche Taxi-Weiterfahrt gehabt und wünschte abschließend „viel Erfolg in der 2. Runde des DFB Pokals“. Ein versöhnliches Ende einer kleinen Bahn-Odyssee also.

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