Zweimal im Jahr wird der Fahrplan der Deutschen Bahn geändert um neue Verbindungen oder die Fahrzeiten anzupassen. Dieser Fahrplanwechsel findet jeweils im Juni und Dezember statt. Die größten Änderungen werden immer mit dem Winterfahrplan eingeführt.

Winterfahrplan der Bahn: Das sind die Neuerungen

Die umfangreichsten Neuerungen bringt der Winterfahrplan mit sich, anders als zum kleinen Fahrplanwechsel im Juni, bei dem es nur geringe Änderungen gibt. Mit dem Wechsel auf den Winterfahrplan müssen sich Reisende darauf einstellen, dass viele Verbindungen geändert, einige ganz wegfallen und andere hinzukommen. Gleichzeitig werden auch regelmäßig neue Züge eingesetzt. So setzt die Bahn weitere Intercity-Züge ein. Meist gibt es mit dem neuen Fahrplan eine Preiserhöhung.

Gerade rund um Weihnachten sind Bahntickets sehr begehrt. Ab dem 15. Oktober sollen sie buchbar sein. (Symbolbild)
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Wann findet der Fahrplanwechsel statt?

Wie ein Bahnsprecher mitteilt, tritt der Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2019 statt. Bereits am 15. Oktober werden die neuen Fahrpläne veröffentlicht und von diesem Zeitpunkt an können bereits auch Tickets gebucht werden.

Ticketbuchungen ab Oktober möglich

Fahrkarten für den Winterfahrplan sind ab 15. Oktober 2019 erhältlich. Damit können Bahntickets für alle Reisen ab Dezember, für den Weihnachtsurlaub oder für Fahrten zum Jahreswechsel gekauft werden. Tickets können online auf www.bahn.de, am Automaten, im Reisezentrum und bei Bahnagenturen gekauft werden.

Steigen die Preise für Bahntickets?

Mit dem großen Fahrplanwechsel wurden regelmäßig die Preise im Nahverkehr und den Verkehrsverbünden erhöht So stiegen im vergangenen Jahr die Preise für den Nahverkehr durchschnittlich um 2,3 Prozent. Ob sich auch in diesem Jahr die Preise erhöhen, ist noch nicht bekannt. Für Fahrten im Fernverkehr wurden in diesem diesem Jahr keine Erhöhung der Ticketpreise angekündigt.

Rund um Weihnachten und Neujahr werden die Bahnsteige wieder besonders voll. Viele Menschen wollen mit der Bahn fahren, entsprechend begehrt sind die Tickets im neuen Winterfahrplan. (Symbolbild)
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Höhere Flexpreise, unveränderte Sparpreise

  • Die Flexpreise steigen um durchschnittlich 1,9 Prozent. Darüber hinaus hält die Deutsche Bahn an der tageweisen Senkung und Anhebung der Flexpreise fest. Diese auslastungsabhängige Preisgestaltung hat die Bahn bereits 2016 eingeführt. Ziel ist es, die Nachfrage bestmöglich zu lenken.

  • Die Sparpreise und die im August eingeführten Super Sparpreise bleiben stabil. Ebenfalls unverändert bleiben die Preise für Reservierungen sowie die beiden beliebtesten BahnCards – die BahnCard 25 und 50 –, die damit im fünften Jahr in Folge nicht erhöht werden.

  • Die Preise für Streckenzeitkarten sowie die BahnCard 100 steigen um durchschnittlich 2,9 Prozent. Bei den Streckenzeitkarten wird die Mindestvertragslaufzeit von zwölf auf drei Monate verkürzt. Der Bordpreis – also das Entgelt, das beim Fahrkartenkauf im Zug zusätzlich zu entrichten ist – steigt von 12,50 Euro auf 19 Euro.

  • Wer bis zum 8. Dezember seine Reise bucht, fährt noch zu den alten Preisen. Ab 9. Dezember sind die neuen Preise auf bahn.de, im DB Navigator, und am DB Automaten hinterlegt.

Die wichtigsten Änderungen im Regionalverkehr

Gäubahn/Murrbahn

Im Rahmen der Inbetriebnahme des Netzes 1 wurden in Baden-Württemberg neue Liniennummern vergeben. Im Netz 3b werden im Dezember 2019 die bisher verwendeten Liniennummern

  • R 7 / R 74 Stuttgart – Freudenstadt/Rottweil (- Konstanz) oder
  • R 3 (KBS 785) Stuttgart – Schwäbisch Hall-Hessental (- Crailsheim)
  • durch die nachfolgenden Liniennummern ersetzt:
  • RE 14A Stuttgart – Eutingen – Rottweil
  • RE 14B Stuttgart – Eutingen – Freudenstadt
  • RE 4 Stuttgart – Rottweil – Singen – Konstanz
  • RE/RB 19 Stuttgart – Backnang – SHA-Hessental – Crailsheim
  • Die Züge der RE 14 B halten ab Sonntag, 15. Dezember 2019 an den neuen Haltepunkten Dornstetten, Dornstetten-Aach und Eutingen-Nord.

Südbahn

Im Rahmen der Elektrifizierungsarbeiten der Südbahn sind in folgenden Zeiträumen Sperrungen vorgesehen:

  • 04.11.-19.12.2019 Schienenersatzverkehr (SEV) Biberach – Aulendorf, zeitgleich SEV Friedrichshafen – Lindau
  • 13.01.-20.02.2020 SEV Friedrichshafen – Lindau

02.03.-12.07.2020 SEV Aulendorf – Ravensbu

  • 14.09.-12.12.2020 SEV Friedrichshafen – Ravensburg

Donaubahn

In der Fahrradsaison 2020 ist an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen sowie in den Ferien der Einsatz einer Wendezuggarnitur mit separatem Fahrradwagen im Donautal (Ulm – Donaueschingen – Ulm) vorgesehen.

  • Neue Fahrlagen ins obere Donautal Sigmaringen – Tuttlingen:
  • RE 22308 Ulm 9.16 – Sigmaringen 10.32 – Villingen 11.45 (Mo – Fr) RE 22316 Ulm 13.17 – Sigmaringen 14.32 – Donaueschingen 15.34 (Mo – Fr) RE 22320 Ulm 15.17 – Sigmaringen 16.32 – Donaueschingen 17.34 (Mo – Fr) RE 22324 Ulm 17.17 – Sigmaringen 18.33 – Donaueschingen 19.35 (täglich)
  • RE 22315 Villingen 8.12 – Sigmaringen 9.32 – Ulm 10.41 (täglich) RE 22327 Villingen 14.11 – Sigmaringen 15.31 – Ulm 16.41 (Mo – Fr) RE 22331 Donaueschingen 16.06 – Sigmaringen 17.32 – Ulm 18.41 (Mo – Fr) RE 22335 Donaueschingen 18.22 – Sigmaringen 19.32 – Ulm 20.41 (Mo – Fr)

Filstalbahn

Das Fahrplankonzept im Netz 2 (RE Stuttgart – Ulm – Lindau) bleibt im Abschnitt Stuttgart - Ulm im Jahresfahrplan 2020 weitestgehend unverändert.

Rheintalbahn

Ab Juni 2020 kommen neue Fahrzeuge und ein neues Fahrplankonzept zum Einsatz. Es wird einen Regionalexpress geben, der an den größeren Unterwegsbahnhöfen hält und in einem Stundentakt Basel, Freiburg und Offenburg verbindet. Eingesetzt werden Desiro HC in Einfach- und Doppeltraktion. Für die Regionalbahn werden bis zu drei einstöckige Mireos eingesetzt. Die Regionalbahnen verkehren zwischen Freiburg und Offenburg, Freiburg und Basel, sowie sonn- und feiertags zwischen Freiburg und Breisach bzw. Endingen. Dabei bedient die Regionalbahn alle Stationen. Bis dahin verkehren die Doppelstockzüge im altbekannten Fahrplankonzept auf dieser Strecke.

Schwarzwaldbahn

Das Fahrplankonzept der Schwarzwaldbahn hat auch in 2020 weiterhin Bestand.

Breisgau S-Bahn

Die Inbetriebnahme der Breisgau S-Bahn erfolgt planmäßig zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember. Die Fahrzeuge des Typs Coradia Continental sind bereits ausgeliefert und abgenommen. Künftig fährt DB Regio durchgängig von Rhein und Kaiserstuhl bis in den Schwarzwald. Halbstündlich wird die Strecke Breisach/Endingen – Gottenheim – Freiburg – Titisee – Neustadt bedient und stündlich werden die Züge nach Seebrugg, sowie Villingen durchgebunden.

Höllentalbahn

Die hintere Höllentalbahn (Donaueschingen – Neustadt) wird ab dem 02.12.2019 wieder für den Bahnverkehr freigegeben sein. Anstelle der VT 612 werden dann ET 1440 zwischen Donaueschingen und Neustadt eingesetzt. Morgens wird es zwei durchgehende Verbindungen von Villingen nach Neustadt und abends in die Gegenrichtung geben. Im Fahrplan 2020 wird der Streckenabschnitt Donaueschingen – Neustadt nicht mehr durch Züge des Netzes 5 bedient. Die Züge aus Ulm enden dann in Donaueschingen. Die Fahrten auf der hinteren Höllentalbahn werden vollständig durch Zugleistungen des Netzes 9a ersetzt. Künftig werden umsteigefreie Verbindungen auf der Relation Villingen – Donaueschingen – Neustadt – Freiburg angeboten.

Neue Betreiber: Go-Ahead

Go-Ahead wird vom 15. Dezember an weitere Schienenstrecken in Baden-Württemberg übernehmen. Dies sind die Linien

  • RB 16 Stuttgart – Ulm (Filstalbahn),
  • RE 8 Stuttgart – Würzburg (Frankenbahn)
  • RE 90 Stuttgart – Nürnberg (Murrbahn).

Auf der Murrbahn sieht der Fahrplan wie bereits heute den Zweistunden-Takt auf der Strecke Stuttgart – Schwäbisch Hall-Hessental – Crailsheim – Ansbach vor. Daraus ergibt sich zwischen Stuttgart und Gaildorf West gemeinsam mit den Zügen des Netzes 3b der DB Regio ein halbstündliches Angebot. Am Abend wird ein zusätzliches Zugpaar zwischen Crailsheim und Nürnberg verkehren.

Inbetriebnahme zweier Linien im Stuttgarter Netz durch Abellio Rail

Vom 15. Dezember an übernimmt Abellio Rail Baden-Württemberg zwei weitere Linien im Stuttgarter Netz/Neckartal. Abellio wird in seiner zweiten Betriebsstufe (BS 2) die RE 10 a/b sowie die RB 18 von Stuttgart nach Mannheim beziehungsweise Osterburken befahren. Aufgrund eines Lieferverzuges des Fahrzeugherstellers Bombardier werden die Strecken jedoch nicht gleich von Beginn an komplett mit Neufahrzeugen bedient. Dank eines frühzeitig ausgearbeiteten Ersatzkonzeptes kann Abellio dennoch alle vom Land Baden-Württemberg bestellten Leistungen auf den beiden Regionallinien erbringen.

Lokführer fehlen zum Fahrplanwechsel

Bei sämtlichen Anbietern fehlt es an Lokführern, außer auf der Westfrankenbahn. „Dieser Beruf ist nach wie vor ein rares Objekt“, sagte Go Ahead-Geschäftsleiter Hans-Peter Sienknecht. «Es geht nur noch über Quereinsteiger», meint zudem Tobias Harms vom Vorstand der SWEG (Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG). Probleme seien nicht nur die schwierigen Arbeitszeiten, die Bezahlung und das anstehende Ausscheiden zahlreicher älterer Lokführer. „Vielmehr benötigen wir natürlich bei einem deutlich erweiterten Angebot auf der Schiene auch eine größere Mannschaft“, sagte Harms.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer schätzt, dass bundesweit schon jetzt etwa 1500 Lokführer fehlen, nicht nur bei der Deutschen Bahn, sondern auch bei Mitbewerbern oder im öffentlichen Nahverkehr.

Wegen der nach wie vor starken Zahl an plötzlichen Zugausfällen macht sich Minister Hermann Hoffnungen auf eine Art Lokführer-Bereitschaftstruppe. Mit der Standby-Lösung könnte das Land bei personellen Engpässen Lokführer an Verkehrsunternehmen ausleihen - «natürlich nicht als Spende, sondern auf Kosten der Betreiber. Der Zeitplan ist allerdings zuletzt ins Stocken gekommen, weil die Angebote der Dienstleister von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg für nicht wirtschaftlich tragfähig befunden worden waren.

Der neue Fahrplan 2020

Die DB setzt mit dem neuen Fahrplan auf eine stärkere Vertaktung der Verbindungen und auf Verkehrswachstum zwischen den Metropolregionen in Deutschland. Auf wichtigen ICE-Linien kommen mehr Züge zum Einsatz, damit erhöhen sich Angebot und Platzkapazität.

  • Zusätzliche Fahrten auf den ICE-Linien Berlin–Erfurt–München und Berlin–Braunschweig–Frankfurt/Main sorgen für einen lückenlosen Stundentakt.
  • Auf besonders nachfragestarken Verbindungen wie Hamburg–Rhein/Ruhr ergänzen weitere Sprinter- und Verstärkerzüge den bestehenden Stundentakt. So erhöht sich das Angebot zwischen Hamburg und Nordrhein-Westfalen um 15 Prozent.
  • Das Angebot zwischen Berlin und München sowie zwischen Hamburg und Köln wächst um jeweils rund 10 Prozent.
  • Mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember geht die neue Fernverkehrslinie Dresden–Berlin–Rostock an den Start. Zunächst mit zehn Fahrten am Tag

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