Der Zuschauer wird förmlich in den Sessel gedrückt

Ulmer Schüler sind von dem Film recht angetan: Moritz Bleibtreu, Isabella Vinet in "Die vierte Macht". Foto: dpa
Ulmer Schüler sind von dem Film recht angetan: Moritz Bleibtreu, Isabella Vinet in "Die vierte Macht". Foto: dpa
ABO 09.03.2012
Schüler haben sich im Xinedome den neuen deutschen Thriller "Die vierte Macht" angesehen. Ihre Kritiken sind überwiegend positiv.

Ein deutscher Journalist, der in Moskau ein Boulevard-Magazin auffrischen soll, gerät dort zwischen alle Fronten und wird in einen finsteren Strudel rund um den seit langen Jahren blutigen Tschetschenien-Konflikt hineingezogen. Das ist durchaus geeigneter Stoff für interessantes Polit-Action-Kino, und Dennis Gansel ("Die Welle") hat daraus zwei spannende Kinostunden gemacht. Zu diesem Ergebnis kommen die meisten Schülerinnen und Schüler aus Ulm und Blaubeuren, die "Die vierte Macht" in einer eigenen Vorab-Vorstellung im Xinedome angesehen haben.

Zunächst müsse man befürchten, der Film könnte nur Klischees bedienen, schreibt Selma Mehanovic, Zehntklässlerin an der Anna-Essinger-Realschule. "Doch dieser Film trägt viel mehr Realität in sich. Es ist die perfekte Mischung aus Spannung, Aktion und Wahrheit." Ihr Urteil über Gansels Thriller, der am Donnerstag in den deutschen Kinos angelaufen ist: absolut sehenswert. "Realistisch und überzeugend", findet ihn auch ihre Klassenkameradin Inken Kristen, allerdings sei er doch zu gewalttätig für ihren Geschmack.

"Hervorragendes Actionkino", urteilen Xenija Marie Lense, Carla Gorzela und Elena Heise, Neuntklässlerinnen am Humboldt-Gymnasium. Doch der politische Hintergrund des Films hat sie weniger überzeugt. Der sei einseitig dargestellt und "erinnert an eine dubiose Verschwörungstheorie". Als Politthriller sei "Die vierte Macht" daher unvollständig und fragwürdig, da eine so komplexe Auseinandersetzung wie der Tschetschenien-Krieg in zwei Kinostunden nicht angemessen behandelt werden könne.

Die Handlung wirke stellenweise übertrieben und teilweise wegen der verschiedenen parallelen Erzählstränge sehr komplex, finden Caroline Erdle, Jana Müller und Aline Miess, Achtklässlerinnen des Blaubeurer Joachim-Hahn-Gymnasiums. Dennoch sei der Film spannend, mitreißend und gerade für Actionliebhaber empfehlenswert. Er sei aber nichts für schwache Nerven und daher erst ab etwa 15 Jahren geeignet.

Der Zuschauer von "Die vierte Macht" habe das Gefühl, direkt im Geschehen dabei zu sein, loben Linda Reutter, Felix Gaus und Moritz Eifert, Elftklässler am Anna-Essinger-Gymnasium. Ein Bombenanschlag in einer Metrostation sei etwa so gedreht, dass es den Zuschauer förmlich in den Sitz drückt.

Ein Lob gibt es von allen Jugendkritikern für die Schauspieler. Besonders Moritz Bleibtreu, der den Journalisten Paul Jensen verkörpert, wird als überzeugend empfunden - man könne sich mit ihm identifizieren und gut mitfühlen.

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