Recycling Kommentar: Der Weg heißt Mehrweg

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Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Ulm / cmy 23.02.2018
Die Stadt sollte die Aktion für Mehrwegbecher finanziell unterstützen. Denn auch sie profitiert. Ein Kommentar von Christoph Mayer.

Mit mehr als 210 Kilogramm Verpackungsmüll pro Kopf und Jahr ist Deutschland Müll-Europameister – ein erklecklicher Teil der Plastikteppiche auf den Weltmeeren ist made in Germany. Auch wenn es natürlich an jedem Verbraucher selbst liegt: Es ist jämmerlich, wie halbherzig (große wie kleine) Politik und Wirtschaft dagegen ankämpfen. Dabei ist das gar nicht so schwer. Wie es gehen kann, zeigen nun ausgerechnet zwei Ulmer Privatpersonen, die ein stadtweites Mehrwegsystem für Kaffee-to-go-Becher einführen wollen und dazu  Bäckereien, Cafés und einen Pfandsystem-Anbieter an einen Tisch holen. Respektabel!

Natürlich: Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht, und so manche hoch gelobt gestartete Initiative ist später im Sande verlaufen. Dennoch hat die Aktion Chancen, zum Selbstläufer zu werden, sofern genügend Kaffeeanbieter über ihren Schatten springen und mitmachen. Ist die kritische Masse erst mal erreicht und öffentlich sichtbar, wird dies das Umdenken der Konsumenten – das ohnehin längst eingesetzt hat – weiter beschleunigen. Wer hätte vor zwei Jahren gedacht, dass Plastiktüten aus der Mode kommen?

Die Stadt sollte die Aktion deshalb unterstützen, ideell und finanziell. Denn auch sie profitiert: mit weniger Müll und einem Image als ökologische Vorzeigekommune.

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