Universitätschor Der Universitätschor glänzt

Voller Einsatz: Universitätschor-Leiter Manuel Sebastian Haupt beim Konzert in der Pauluskirche.
Voller Einsatz: Universitätschor-Leiter Manuel Sebastian Haupt beim Konzert in der Pauluskirche. © Foto: Volkmar Könneke
„ / Burkhard Schäfer 13.02.2018

 . . mit Pauken und Trompeten“ war das Programm überschrieben, das der Universitätschor Ulm zusammen mit dem Kammer­orchester „La Quinta“ unter der Leitung von Manuel Sebastian Haupt in der Pauluskirche präsentierte.

Eigentlich ist das ja ein schönes Motto, griffig, lautmalerisch und einprägsam, aber genau genommen erwies es sich am Sonntag als falsch, sogar in mehrfacher Hinsicht. Denn die beiden Bedeutungen des geflügelten Wortes: erstens „mit Getöse und übertriebener Inszenierung“, zweitens „mit einer sehr schlechten Leistung vorgetragen“, hätten unzutreffender kaum sein können.

Und beim Ensemble-Werk des Abends, „Quartetto per 4 Violini“ von Grazyna Bacewicz, hat die polnische Komponistin schlicht keine schmetternden Pauken und Trompeten, sondern „nur“ Violinen vorgesehen. Die vier Damen Stela Bunea, Tanja Kull, Kristina Fuchs und Verena Westphal, die sich 2017 zum Ensemble „VielSaitig“ zusammengeschlossen haben, setzten in die Mitte des Konzerts, zwischen die beiden Hauptwerke „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier und Mozarts „Missa brevis“ in C-Dur, einen eigenen und starken modernen Kontrapunkt zum Barock beziehungsweise Rokoko.

Botschaft gut transportiert

Bacewicz‘ Werke sind technisch herausfordernd, dabei zumeist sehr ernst, was sich hier vor allem im zentralen „Andante tranquillo“ zeigte. Das Ensemble transportierte die Botschaft der Komponistin so gut, dass sie von den Zuhörern „verstanden“ und mit viel Applaus quittiert wurde.

Angefangen hatte der Abend aber mit einem buchstäblichen Paukenwirbel, denn Charpentiers „Te Deum“ beginnt damit, erst dann erklingt im „Prelude“ die Melodie, die jeder als „Eurovisionshymne“ kennt. Dass das Werk viel mehr zu bieten hat als diesen „Schlager“, machten die expressiv agierenden Musiker, toll unterstützt von den Gesangssolisten Marianne Altstetter (Sopran), Agnes Schmauder (Alt), Christian Zenker (Tenor) und Florian Schmitt-Bohn (Bariton), unmissverständlich klar. Vor allem das flehende, von Altstetter berührend intensiv gesungene „Tu ergo“ ging unter die Haut.

Zum Höhepunkt des Abends geriet die „Missa brevis“, in der nicht nur der junge Mozart, sondern auch die Musiker ihre Pranke zeigen. Hier kam auch das Motto des Abends zu Ehren – im besten Sinne, versteht sich.

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