Ulm/Obertürkheim Der Ulmer Sammler und sein Stuttgarter Galerist

Gerhard Richters Porträt von Kurt Fried (links) und Hans Jürgen Müller aus der Sammlung Fried des Ulmer Museums.
Gerhard Richters Porträt von Kurt Fried (links) und Hans Jürgen Müller aus der Sammlung Fried des Ulmer Museums.
BURKHARD MEIER-GROLMAN 26.10.2013
Ohne den Stuttgarter Galeristen Hans-Jürgen Müller hätte die Stiftung Sammlung Kurt Fried im Ulmer Museum ein anderes Gesicht.

Der international hoch geachtete Großmeister der bundesdeutschen Malergilde, Gerhard Richter, hat sie beide porträtiert, den Ulmer Zeitungsverleger und Kunstsammler Kurt Fried und seinen Stuttgarter Kunstberater und Galeristen Hans-Jürgen Müller. Das Ölbild entstand 1966 und es ist ein typischer Richter aus dieser Zeit. Die scharfen Konturen der Fotovorlage hat Richter in einem seiner beliebten Grauschleier verschwimmen lassen. Der Betrachter wird dazu animiert, die beiden im Bild dargestellten Personen, die sich, so scheint es, gerade in einem heftigen Kunstdisput befinden, ganz aus seiner persönlichen Erinnerung heraus wieder in einen akzeptablen Schärfenbereich zu bringen.

Richters Bild ziert den Umschlag des Katalogbuches der Stiftung Kurt Fried im Ulmer Museum und es signalisiert auch, was einen in dieser umfangreichen Kollektion zeitgenössischer Kunst erwartet. Hans-Jürgen Müller hat die Sammlung Fried mit aufgebaut, er hat nicht nur seine Stuttgarter Künstlergruppe um Georg Karl Pfahler, Thomas Lenk, Erich Hauser, Lothar Quinte und Lambert Maria Wintersberger eingebracht, er hat Kurt Fried vor allem auch mit der amerikanischen Kunstszene vertraut gemacht, also etwa mit der Pop Art, der Farbfeldmalerei, der Minimal Art oder der Concept Art.

Nach Frieds Tod 1981 hat Müller die Sammlung mit der jüngsten Moderne wie beispielsweise mit Arbeiten von Keith Haring oder Jiri Georg Dokoupil angereichert. 1993 begannen Helga und Hans-Jürgen Müller auf Teneriffa ihre Zukunftswerkstatt "Mariposa" einzurichten, die Galeristentätigkeit der Müllers diente allein dazu, dieses Projekt einer interdisziplinären Begegnungsstätte voranzutreiben.

Jetzt, vier Jahre nach Hans-Jürgen Müllers Tod, eröffnet Helga Müller das "Schau-Lager Galerie Artlantis" in Stuttgart-Obertürkheim in der Augsburger Strasse 552. Dort sollen nach und nach die in vier Jahrzehnten erworbenen Werke der Sammlung Hans-Jürgen und Helga Müller präsentiert werden.

Eröffnet wird die erste Werk-Schau "Hidden Treasures" dort am Samstag, 12-18 Uhr.