Ulm /  Uhr
Der Mann hat eine eigene Haltestelle. Und die steht in seinem Büro in der Zentrale der Stadtwerke Tochter SWU Verkehr, Bauhoferstraße, Ulm, ...

Der Nahverkehrsstop heißt „Gummersbach“ und ist nicht etwa nach der alten deutschen Handball-Hochburg im Oberbergischen Land in Nordrhein-Westfalen benannt. Sondern eben nach ihm, Ralf Gummersbach

Der Nahverkehrshalt mit Netzbeschreibung und allem, was halt so zu einer Haltestelle gehört, ist das Abschiedsgeschenk seiner Kollegen aus Darmstadt. Dort war der Bauingenieur Gummersbach von 2009 bis 2013 bei der Hessischen Elektrizitätswerke AG (HEAG) Sachgebietsleiter für Planung/Projektleitung Straßenbahn gewesen. Dann folgte er dem Lockruf von Headhuntern und wechselte zu den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm, wo er jetzt Abteilungsleiter ist. Bei SWU Verkehr ist der verheiratete Familienvater – seine Kinder sind drei und sechs Jahre alt – verantwortlich für die Planung der neuen Straßenbahnlinie 2 hoch zum Kuhberg und hinauf auf den Eselsberg in die Wissenschaftstadt.

Innerhalb kurzer Zeit hat sich der 42-Jährige hohes Ansehen sowohl bei seinen Mitarbeitern als auch im Zuge der Bürgerbeteiligung bei vom Straßenbahnbau betroffenen Anliegern und in der Ulmer Kommunalpolitik erworben. Gummersbach gilt als gleichermaßen kompetent wie zugänglich und verbindlich. Die Wertschätzung kam in aller Öffentlichkeit zum Ausdruck, als der Gemeinderat den Baubeschluss für die Linie 2 fasste und Oberbürgermeister Ivo Gönner und Baubürgermeister Alexander Wetzig den Leiter des Hauptgeschäftsfeldes Infrastruktur bei SWU Verkehr in den höchsten Tönen rühmten. Es war zum einen ein stellvertretendes Lob für alle an Planung und öffentlichen Diskussionsprozessen Beteiligten. Es war aber auch ein Lob expressis verbis für Gummersbach, der sich reinkniet und dem die Arbeit nicht so schnell zu viel ist, wie sein Umfeld berichtet.

Und der die Linie 2 aus voller Überzeugung plant. „Die Straßenbahn ist Ausdruck von Stadt, von Urbanität. Sie ist leistungsfähig, komfortabel, umweltfreundlich. Sie ist das richtige Nahverkehrsmittel, um den Kuhberg und die Wissenschaftsstadt zu erschließen, die beide viel frequentiert sind“, sagt Ralf Gummersbach. Und ergänzt: „Stahlrad auf Stahlschiene – das sorgt beim Fahren für viel weniger Ruppigkeit. Und die Bahn bremst einfach sanfter als der Bus.“ hut