Ulm Der Radler in Ulm ist jetzt der Herr der Ringe

So einfach gehts mit den Ringen: Dran festhalten und bei Grün in die Pedale steigen. Foto: Lars Schwerdtfeger
So einfach gehts mit den Ringen: Dran festhalten und bei Grün in die Pedale steigen. Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / MIRIAM PLAPPERT 07.08.2012
Schon mal was von Ampelhalteringen gehört? Nein? Das scheint vielen so zu gehen. Das Extra macht den Radler zum Herrn der Ringe.

Max Musterradfahrer tritt kräftig in die Pedale - noch ist die Ampel grün. Zu spät! Sie hat schon wieder auf Rot geschaltet und das lästige Warten beginnt. Beim Blick zur Seite fällt ihm etwas Unbekanntes auf: ein Metallring, der an den Ampelmast montiert ist. Probeweise hält er sich daran fest und bemerkt: So ist das Warten gleich angenehmer. Man kann die Füße auf den Pedalen lassen und beim Grün-Signal gleich in selbige steigen.

Der Name dieses praktischen Extras lautet: Ampelhalteringe. Bis jetzt wurden sie vom Team "Fahr-Rad" der Abteilung Verkehrsplanung an drei Ampelmasten am Willy-Brandt-Platz montiert. Mit positiver Rückmeldung. Weitere Griffe sind im Bereich Ehinger Tor in der Nähe des Hans-und-Sophie-Scholl-Gymnasiums Ulm geplant.

Dass die Ampelhalteringe als erstes am Willy-Brandt-Platz eingeführt wurden, ist praktisch für das Team "Fahr-Rad", da die Verkehrsplanung unweit davon beheimatet ist. So kann man direkt beobachten, wie die Griffe angenommen werden, erklärt Tom Philipp Schiller, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Ulm. Dabei stellt Schiller fest: Vielen scheinen die Halteringe, die in der Landeshauptstadt Stuttgart bereits gang und gäbe sind, noch suspekt zu sein. Hält sich schon jemand am Ring fest, wahren die nachfolgenden Radfahrer einen Sicherheitsabstand. Eigentlich können sich mindestens zwei Radler an den Ringen festhalten.

Unterdessen üben Kollegen aus anderen Abteilungen Kritik: Die Halteringe samt Radfahrer, die sich daran festhalten, könnten Blinde irritieren, da das Blinden-Leitsystem direkt zum Ampelmast führt. Und schon allein der Umstand, dass sich plötzlich etwas Neues, Unbekanntes an einer Ampel befindet, kann blinde Menschen verunsichern. Ersteres stimmt, sagt Schiller. Allerdings: Die Radler stehen so oder so an der Ampel - Halteringe hin oder her. "Wir appellieren an die Radfahrer und alle Verkehrsteilnehmer zu gegenseitiger Rücksichtnahme." Darin sieht Schiller denn auch die Lösung des Problems.

Vielleicht verhelfen die Halteringe dann ja auch zu kleinen Gesprächen an der Ampel, sofern die Radler nach Gewöhnung ihren Sicherheitsabstand aufgeben.

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