Kurzkritik Der Orgel-Kosmos des Carson Cooman

Ulm / Burkhard Schäfer 11.04.2018

Die Liste renommierter Organisten, die schon in der Pauluskirche konzertiert haben, ist lang. Jetzt spielte Philip Hartmann, der Initiator der Orgelreihe, höchstpersönlich an „seiner“ 2014 grundrestaurierten Link-Gaida-Orgel. Eine Stunde lang präsentierte er Werke des US-Amerikaners Carson Cooman, zwei davon („Sonatina No. 4“ und „Cortège, Intermezzo and Litany on the Joseph-Hymnus“) in deutscher Erstaufführung. Die drei anderen Stücke waren sogar Uraufführungen: „Prelude on „Das ist köstlich“ (Psalm 92)“, „Pastorale on a Hymn by Andreas Willscher“ und – als Abschluss und Höhepunkt des Abends – die „Organ Symphony No. 2“ mit der stolzen Opuszahl 1224.

Wer da glaubte, der erst 35-jährige Cooman sei ein Vielschreiber (im negativen Sinn des Wortes), wurde von Hartmann eines Besseren belehrt. Coomans tonal zentrierte Musik ist immer verständlich, dabei doch komplex, raffiniert und wunderbar klang­sinnlich. Alle zwölf (!) Sätze der 2017 eigens für Hartmann geschriebenen Orgelsinfonie entfalteten im Konzert ihre ureigene Klangsprache und waren wie geschaffen für die unendlichen Registrierungsmöglichkeiten der „Link-Gaida“.

Hartmann war in seinem Element, das spürten auch die (viel zu wenigen) Besucher, die seinem Vortrag gebannt folgten und mit Applaus nicht sparten. Man kann nur hoffen, dass am Pfingstmontag dann mehr Menschen den Weg in die Martin-Luther-Kirche finden, um die Uraufführung von Carson Coomans 3. Orgelsinfonie „Portals“ mit Philip Hartmann zu erleben (21. Mai, 19 Uhr).

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