Neu-Ulm Der neue Konzertsaal

Neu-Ulm / EDWIN RUSCHITZKA 15.05.2012
Der alte Konzertsaal ist tot, es lebe der neue. Und der wird nach den Plänen des Stuttgarter Büros Gessert + Randecker Architekten gebaut: sechs Geschosse hoch, mit 35 Wohnungen, Büros und einem Café.

Das Gutachterverfahren zur Neubebauung des Konzertsaal-Geländes in Neu-Ulm ist entschieden. Und in der Sitzung der Fachjury am Freitag wurde dem Vernehmen nach zuweilen auch heftig diskutiert. Dann, nach fünf Stunden, stand zweierlei fest: Das Stuttgarter Büro h4a Gessert + Randecker erhält den Zuschlag. Es setzte sich gegen fünf andere Büros durch, unter anderem gegen das Büro Weinbrenner, Single und Arabzadeh aus Nürtingen, welches das Brückenhaus der Sparkasse auf der Donauinsel bauen wird. Und: Das neue Gebäude wird maximal sechs Geschosse haben. Letzteres etwas zum Leidwesen des Bauherren, die Kunze Wohnbau aus Langenau. Das erklärte gestern der Immobilienmakler Sebastian Hirn.

Zum Vergleich: Der Ulmer Realgrund ist gleich gegenüber auf dem Areal der ehemaligen Lebkuchenfirma Weiss und der alten Flussmeisterei an mehreren Stellen eine siebengeschossige Bauweise zugestanden worden.

Den neuen Gebäudekomplex zwischen der Krankenhaus- und der Silcherstraße kann man sich als V vorstellen, dessen Spitze allerdings gekappt wurde. Dort wird sich künftig die Außenbestuhlung des Cafés befinden, in das Konditorin Karin Eck und ihr Team nach Fertigstellung des Gebäudes im Sommer 2014 zurückkehren werden. Entsprechende Verträge seien schon unterzeichnet, sagte Hirn. Das Gebäude wird einen etwa 300 Quadratmeter großen, begrünten Innenhof erhalten und eine zweigeschossige Tiefgarage mit etwa 50 Stellplätzen. Dort sind auch die Backstube für Café, Aufenthalts- und Nebenräume geplant.

Im Gebäude selbst wird es zur Krankenhaus- und zur Silcherstraße hin im Erdgeschoss Räume für Büros und Praxen geben, dazu über sechs Geschosse hinweg insgesamt 35 Eigentumswohnungen, zwischen 70 und 120 Quadratmeter groß. Verkaufspreis, laut Hirn, im Durchschnitt 4000 Euro pro Quadratmeter. Ganz oben befinden sich Lofts, bis zu 200 Quadratmeter groß und natürlich sehr viel teurer.

Die Jury, die am Freitag ihr Urteil zugunsten des Stuttgarter Büros gefällt hat, saßen stimmberechtigt als Fachleute die Architekten Jörg Aldinger und Jochen Köber aus Stuttgart, dazu OB Gerold Noerenberg, Stadtbaudirektor Andreas Neureuther und der Leiter der Stadtplanung, Jörg Oberle, dazu für die Bauherren Rolf und Nikola Kunze sowie Sebastian Hirn. Auch Vertreter der Rathausfraktionen waren dabei, allerdings nicht stimmberechtigt: Christa Wanke (CSU), Christina Richtmann (FWG) und Wolfgang Moll (Grüne). Die SPD und die FDP glänzten durch Abwesenheit.

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