Stadtbild Der nächste Umbruch im Dichterviertel

Die Mörikestraße wird ihr Gesicht weiter verändern: Im August werden die kleinen Gebäude auf der linken Seite abgerissen. Was mit dem Wohnblock (rechts) geschieht, sei noch nicht klar, heißt es seitens der Stadt.
Die Mörikestraße wird ihr Gesicht weiter verändern: Im August werden die kleinen Gebäude auf der linken Seite abgerissen. Was mit dem Wohnblock (rechts) geschieht, sei noch nicht klar, heißt es seitens der Stadt. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Ulrike Schleicher 19.06.2018
Im August werden in der Mörikestraße Gebäude abgerissen, in denen Kleingewerbe untergebracht war – Noch keine konkreten Pläne gibt es für den Wohnblock.

Die Sanierung des Dichterviertels macht einen nächsten Schritt. Nach der Fertigstellung von 75 Wohnungen auf dem ehemaligen Gelände von Wagner und Hefele und dem Leonardo Royale-Hotel am Blaubeurer Ring, wird in der Mörikestraße bald wieder eine Fläche für eine Neubebauung frei.

„Im August werden die Garagen und Gebäude in der Mörikestraße abgerissen“, sagt Dirk Feil, Leiter der Sanierungstreuhand Ulm, auf Anfrage. Lediglich zwei Einfamilienhäuser in der Straße sowie der grüne Wohnblock bleiben stehen. Die bisherigen Mieter, unter anderem der Reha-Verein, und Kleinbetriebe seien alle woanders untergekommen. Zum Teil habe man Tauschgrundstücke angeboten. Die Flächen gehörten nun der Stadt, ein Investor werde gesucht. Kein Geheimnis ist, dass Rainer Staiger, Geschäftsführer der Ulmer Firma Pro Invest, daran interessiert ist. Pro Invest hat bereits das Gelände von Wagner und Hefele sowie das Hotel gebaut und rund 50 Millionen Euro investiert. Feil winkt ab. „Wir haben eine lange Liste von Interessenten“, sagt er. Jetzt sei jemand anders an der Reihe.

Bezüglich des Wohnblocks auf der anderen Seite der Straße gebe es noch keine konkreten Pläne, sagte Feil. Eine Anmerkung  von OB Gunter Czisch bei der Eröffnung des Leonardo-Royale gegenüber, dass der in die Jahre gekommene Wohnblock abgerissen werde, hatte Sorgen und Ärger unter einigen Mietern ausgelöst. Dass ein Abriss anstünde, davon wisse man nichts, es gebe teilweise lebenslanges Wohnrecht und die große Frage sei, ob die Stadt überhaupt adäquaten, bezahlbaren Wohnraum bieten könne, schrieben Leser.

Das Gebäude aus dem Jahr 1951 mit den 45 Wohnungen gehörte bis 2016 der Südewo, dann übernahm das börsennotierte Wohnungsunternehmen Vonovia die Firma und wurde Eigentümerin. Der Umbau des Dichterviertels müsse bis 2022 abgeschlossen sein, sagte Feil. „Bis dahin ist ja noch Zeit.“ Die Mieter seien auf der sicheren Seite, die Stadt habe ein Auge darauf, wie mit ihnen verfahren werde: „Das ist uns eine Herzensangelegenheit.“ Vonovia werde sicher einen Sozialplan aufstellen. Es werde Zwischenlösungen geben und Lösungen bei anderen Ulmer Wohnbaugesellschaften. 30 Prozent der Neubauten seien geförderter Wohnungsbau: „Leute können auch wieder zurück ziehen.“

Seitens des Unternehmens hält man sich bedeckt. „Wir befinden uns derzeit in Gesprächen mit der Stadt und Sanierungstreuhand. Weitere Details können wir zum aktuellen Zeitpunkt nicht geben“, sagt die Pressesprecherin.

Was die Sanierung bringen soll

Ziel Anvisiert von der Stadt im Dichterviertel ist Wohnraum für rund 1600 Menschen in 800 neu zu bauenden Wohnungen, die Revitalisierung brachliegender Areale, die Schaffung neuer Plätze sowie die Aufwertung des Glacis-Gürtels und den Bau neuer Rad- und Fußwegeverbindungen.

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