Kommentar Christine Liebhardt zur Fahrradförderung in Ulm Der Kampf um den Platz

Autorenfoto
Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Ulm / Christine Liebhardt 10.01.2019

Massen von Radfahrenden wie in Kopenhagen – das wünscht sich Friederike Christian vom Team FahrRad im Jahr 2030. Bis dahin ist es ein weiter Weg: An zu vielen Stellen in Ulm ist Radfahren umständlich, nervig oder schlicht gefährlich. Weshalb bezweifelt werden darf, dass das Ziel, den Anteil der Radfahrer bis 2020 auf 20 Prozent des Gesamtverkehrs zu erhöhen, erreicht wird.

Bei aller grundsätzlichen Freude darüber, dass die Stadt Finanzen und Motivation ins Thema steckt: Mit ein paar umgewidmeten Straßen, die schon zuvor kaum von Autos genutzt wurden, wird das nichts mit der Verkehrswende. Die Fahrrad­straßen haben was vom Fleißbildchen in der Schule: ein Gutzle fürs beflissene Radeln. Ob’s tatsächlich was bringt?

Wenn es der Stadt ernst ist, dann muss sie deutlich radikaler werden. Dann müssen beim Kampf um den Platz Spurreduzierungen wie auf der Friedrich-Ebert-Straße die Regel werden, nicht die Ausnahme bleiben. Und die Bedürfnisse der Radfahrer endlich so ernst genommen werden wie jene der Autofahrer. Radler verschmutzen mit ihren Fahrzeugen weder die Umwelt, noch verursachen sie Lärm, haben aber kaum eine Lobby. Ihre Bedürfnisse bei jeder Neuplanung mitzudenken und konsequent umzusetzen, ist das absolute Minimum.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel