Freilicht Jugendensemble spielt Hauffs Märchen

Laurin Tausch spielt den kleinen Muck.
Laurin Tausch spielt den kleinen Muck. © Foto: Daniel Scheffold.
Illertissen / Nina Albus 16.07.2018

Die Kulisse zeigt bunte Tücher, helle Lampions und eine weiße Stadt unter blauem Himmel mitten in der Wüste. Man hört orientalische Klänge, die Männer tragen Pumphosen, Turbane und Dolche im Gürtel. Auf dem Marktplatz der Stadt bieten Händler Honig, Mandelkuchen, Datteln und Feigen feil. Für „Der kleine Muck“ schafft das Jugendensemble der Schwabenbühne unter der Regie von Richard Aigner und der Spielleitung von Ulrike Tiefenbach auf der Freilichtbühne am Illertisser Schloss eine zauberhafte, orientalische Atmosphäre.

Auch wenn Wilhelm Hauff sein Märchen vor knapp 200 Jahren schrieb, ist die Inszenierung von Richard Aigner sehr aktuell. Mit viel Esprit und der starken Ausdruckskraft der 33 Darsteller im  Alter von 10 bis 19 Jahren wird in etwa eineinhalb Stunden die ungewöhnliche Lebensgeschichte des kleinen Muck erzählt. Laurin Tausch spielt den tapferen, kleinen Jungen sehr eindrucksvoll und lebendig.

Obwohl er ständig gehänselt, ausgelacht und gemobbt wird, lässt sich der kleine Muck nicht einschüchtern. Nicht von der herrischen, alten Frau Ahavzi (Lena Ziesche), nicht vom Sultan (Ruben Cacao) und auch nicht von der narzisstischen Prinzessin (Teresa Börsing).

Stattdessen versucht er sein Glück mit ein paar goldenen Pantoffeln, einem Zauberstöckchen und mit der Hilfe der reizenden Tänzerin Fatme (Anna Schaser). Schließlich bezwingt der kleine Muck den Sultan mit einer List und macht ihn selbst zum Gespött der Leute, indem er ihm mit der Zauberkraft von Wunderfeigen Eselsohren und eine lange Nase wachsen lässt.

Es sind der Wortwitz und die flotten Dialoge, die das Stück sehr amüsant und leichtfüßig daherkommen lassen. Allen voran die Szene im Kerker mit den betrunkenen Wachen (Philipp Ziesche und Nick Stolz), die nach der Pause eine gelungene, kurzweilige zweite Hälfte einleitet, ist sehr erfrischend. Diese Leichtigkeit und die besondere Atmosphäre machen das Stück so sehenswert.

Info Die weiteren Termine: 20. bis 22. Juli sowie 27. und 28. Juli. Karten unter www.schwabenbühne.de

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