Abbruch Arbeiten am Justizgebäude: Der fliegende Bagger

Der drei Tonnen schwere Bagger wird vom Kran hochgezogen und auf eine Arbeitsplattform gesetzt. Der riesige Gummivorhang dient als Schutz vor abgebrochenen Teilen. 
Der drei Tonnen schwere Bagger wird vom Kran hochgezogen und auf eine Arbeitsplattform gesetzt. Der riesige Gummivorhang dient als Schutz vor abgebrochenen Teilen.  © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulrike Schleicher 09.08.2017
Die Arbeiten am Gebäude der Staatsanwaltschaft bieten immer wieder spektakuläre Anblicke. Am besten von dem Justizgebäude aus. Da befinden sich auch zwei Holzzäune zum gemütlichen Auflehnen.

Sprengen wäre wesentlich schneller gegangen. Sagt Markus Christadler, Geschäftsführer der CK Abbruch&Erdbau GmbH aus Eislingen. Aber das ist in der Olgastraße wegen der engen Bebauung nicht möglich, weshalb die Firma das ehemalige Gebäude der Staatsanwaltschaft seit einigen Wochen Stück für Stück abträgt. Auch das unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen: So entkernte ein Bagger zunächst die Cafeteria auf dem Dach wegen der vielen Glasscheiben, dann begann der Langarmbagger seine Arbeit, und seit dieser Woche wird für die diffizilen Stellen wieder ein kleiner Bagger eingesetzt.

Das sieht dann geradezu spektakulär aus, denn das drei Tonnen schwere Fahrzeug ist am Dienstag – angehängt am Kran – nach oben gezogen worden. So schaukelte der Bagger samt Baggerführer im relativ starken Wind in luftigen Höhen, bis er, wie Christadler erklärt, „auf die Arbeitsplattform im jeweiligen Bereich aufgesetzt wird und der Baggerführer da dann in aller Ruhe seiner Arbeit nachgehen kann“. Da hat der Geschäftsführer leicht reden – er sitzt ja nicht drin. Für den Mann sei dies Routine, versichert er. Und falls etwas ist, könne er Funkkontakt aufnehmen. „Dann holen wir ihn runter.“

Um einiges unberechenbarer sei dagegen der riesige Gummivorhang, der Passanten vor herunterfliegenden Bruchstücken schützen soll. „Der benimmt sich wie ein Segel bei dem Wind.“ Und: Leider seien auch die Passanten unberechenbar. „Viele gehen viel zu nah an die Baustelle, das ist gefährlich und stört.“ Dabei hat man vor dem Justizgebäude den besten Blick. Bequemer ist es auch: Dort sind zwei Holzzäune zum Auflehnen.