Der Blick zurück

Max P. Härings "Fantasie mit blauem Auto" im Kultur-Bahnhof.
Max P. Härings "Fantasie mit blauem Auto" im Kultur-Bahnhof.
OTFRIED KÄPPELER 13.11.2013

Die Themen und Formen der Kunst scheinen sich in ewiger Folge zu variieren. Das zumindest legt die Ausstellung "Zeitgenössische Kunst zur Eiszeitkunst" im Bahnhof Langenau nahe. Anneliese Neumann aus Langenau beschäftigt sich schon lange mit den Motiven der Eiszeit, überführt sie malerisch und formal in eine Gegenwärtigkeit, die in ihrer lichten Helle an Glasfenster, oder in plakativer Form ("Mammut und Löwe") und flächiger Farbigkeit an die Pop Art erinnert.

Spielerisch leicht und doch geheimnisvoll wirken die bunten Objekte von Florian L. Arnold aus Ulm. Der Bezug zur Eiszeitkunst ist hier nicht motivisch, etwa Löwenmensch oder Pferdchen, Arnold geht es vielmehr um die mystische Dimension des Themas. Ins Satirische wendet wiederum Ulf Harr aus Ulm das Thema, wenn er Löwenmenschen mit gekonnt lockerem Strich und Collage im Kampf oder in Alltagsszenen zeigt.

Bereits seit 1990 beschäftigt sich Ralf Ehmann aus Rottenburg mit den Frauenfiguren der Eiszeit. Die Körperformen stark reduziert aber doch klar erkennbar, setzt er mit seinen Bronzen auf die weibliche Form als Fruchtbarkeitssymbol sowie als eigenständige Ausdrucksform. Fast wie Wimmelbilder wirken Max P. Härings surreal anmutende Blätter, die sich als eine subtile Mischung aus Realität, Geschichte, Archäologie und Fantasie erweisen.

Eine Ausstellung auf der Basis der Eiszeitkunst zu organisieren ( federführend waren der Lonetal-Verein, die Stadt Langenau und die Ulmer Kunststiftung Pro Arte), macht augenfällig, dass Kunst nicht im geschichtsfreien Raum entsteht. So ist dem in die Ausstellung einführenden Raimund Kast nur zuzustimmen, wenn er auf "die wunderbar inspirierenden und faszinierenden Kunstwerke" aus dieser Zeit abhob.

Info Die Ausstellung ist im Kultur-Bahnhof Langenau bis 1. Dezember zu sehen: Sa/So 14-17 Uhr.

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