Kommentar Christoph Mayer zur Fußballschule Besiktas Ulm Der Ball liegt nicht bei der Stadt

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Ulm / Christoph Mayer 06.06.2018
Der Betreiber der türkischen Fußballschule wäre gut beraten, aus ihr einen Verein zu machen.

Wer wollte da widersprechen: Mit seiner 2016 von ihm gegründeten Fußballschule Besiktas Ulm tut Orhan Cigdem etwas für den Sport und die Jugend und die Integration in der Stadt (und zwar in dieser Reihenfolge). Sein Unmut darüber, dass er nun schon seit mehreren Monaten ohne Trainingsplatz dasteht und deshalb zur Aufgabe gezwungen zu sein scheint, ist ergo nachvollziehbar.

Andererseits hat auch die Stadt gewichtige Argumente auf ihrer Seite. Völlig zurecht sieht sie sich zuerst den gemeinnützigen und ebenfalls gute Integrationsarbeit leistenden Vereinen verpflichtet – und nicht gewerblichen Anbietern wie Cigdem. Dies umso mehr, da Fußballplätze begrenzt und letztlich die Vereine selbst per vertraglicher Regelung für deren Belegung verantwortlich sind.

Der Ball liegt deshalb beim Betreiber der türkischen Fußballschule selbst. Cigdem wäre gut beraten, aus ihr einen Verein zu machen. Dazu sind zweifellos bürokratische Hürden zu nehmen und einige Zugeständnisse zu machen. Auch wenn das alles Zeit braucht und verdammt Deutsch klingt: Es ist zumutbar.

Danach freilich hätte er die volle Unterstützung der Stadt verdient. Den hiesigen Verantwortlichen derweil latente Ausländerfeindlichkeit zu unterstellen und die Opferkarte zu spielen, ist dagegen unangebracht.

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