Ulm Deligöz zum Praktikum in New York

Bericht aus New York: Ekin Deligöz zu Gast im Ulmer Weltladen.
Bericht aus New York: Ekin Deligöz zu Gast im Ulmer Weltladen. © Foto: Lars Schwerdtfeger
VS 03.08.2015
Gerade erst ist Ekin Deligöz aus New York zurückgekommen, wo sie in der Unicef- Zentrale war. Jetzt berichtete sie von ihren Eindrücken, vor ehrenamtlichen Unicef-Mitarbeitern in Ulm.

Ekin Deligöz, Bundestagsabgeordnete der Grünen aus Senden, ist seit Jahren im Vorstand vom Unicef Deutschland. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UN) hat seine Zentrale in New York, auf dem Gelände der Vereinten Nationen. Nun hat Deligöz dort ein 14-tägiges Praktikum gemacht, und am Samstag ihre "ganz frischen Erinnerungen" den Mitarbeitern des Ulmer Weltladens weitergegeben.

Das UN-Areal gleicht einem Hochsicherheitstrakt: Wer hinein will, muss ein Visa-Verfahren über sich ergehen lassen und bekommt einen speziellen Ausweis. "Beim Betreten der Schleuse erscheint das Foto und der Name auf einem Bildschirm, der für alle sichtbar ist. Und das bleibt stehen, bis der Nächste durchgeht", berichtete die 44-Jährige. Überhaupt: "Bei Datenschutz, Energie und Müll kriegt man als Deutscher in Amerika die Krise."

Die Arbeit in der Unicef-Zentrale hat die Deligöz als "sehr dynamisch und hochprofessionell" erlebt: "Der Wechsel ist hier Tagesgeschäft." Dazu zählt sie auch, dass die Menschen in den Führungspositionen nicht "Experten auf Lebenszeit" sind, sondern alle drei bis fünf Jahre wechseln. "Es gilt der Grundsatz, dass die Organisation lernt und das Wissen nicht an Einzelnen hängt." Wichtig sei für die Arbeit auch, dass an der Basis einheimische Fachleute sitzen, die in Krisenfällen sofort Hilfe anleiern können. Zudem sei das System von Rückmeldungen aus Krisenregionen an die Zentrale gut und professionell organisiert.

Deligöz berichtete von einem Notruf aus Jemen, um dort ein Zeltlager für Flüchtlinge aufzubauen. "Die haben eine Nothilfe-Liste geschickt. Sofort wurde das Material über Rotterdam organisiert und auf den Weg gebracht. Beim Personal ging es darum, wer in der Region freie Kapazitäten hat oder ob jemand aus New York innerhalb hingeschickt wird, der Erfahrungen aus ähnlichen Situationen hat."