Kommentar Ulrike Schleicher zur Sozialpolitik der Stadt Ulm De Stadt und ihre Verantwortung

Korrespondentin Israel,Autorenfoto 2014
Korrespondentin Israel,Autorenfoto 2014 © Foto: Schleicher Ulrike Schleicher Ulr
Ulm / Ulrike Schleicher 07.11.2018

Ursprünglich beruhte das Wohnprojekt in der Beyerstraße auf einer fortschrittlichen und einer sozialen Komponente: Alleinstehenden, berufstätigen Frauen sollte in einer bezahlbaren Wohnung ein unabhängiges Leben ermöglicht werden, gleichzeitig wurden sie von einer Gemeinschaft aufgefangen.

Davon ist seit Jahren nichts mehr übrig. Mit der Schenkung 1986 an die Stadt ist aus dem ehemaligen, landesweiten Vorzeigeprojekt in der Beyerstraße ein bloßes Auffangbecken für finanziell schwach gestellte Frauen geworden. Die Folgen sind bei Stadt, UWS und auch im Gemeinderat bekannt: Ein sozialer Brennpunkt ist entstanden, weil es niemanden interessierte, wie die Frauen verschiedenen Alters und verschiedenster Herkunft ihre Probleme bewältigen. Das Schlimme: Es ist ja nicht nur dort so, sondern auch in anderen Häusern, die von der UWS an finanziell schwache Menschen vermietet werden.

Den Mitarbeitern der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ist kaum ein Vorwurf zu machen. Sie tun erfolgreich, was ihnen Stadtverwaltung und Gemeinderat auftragen: Investieren und schwarze Zahlen schreiben. Das reicht aber nicht. Sozialpolitik bedeutet, dass man sich um die kümmert, die am Rand der hier so reichen Stadtgesellschaft stehen. Dazu gehören bezahlbare Wohnungen und eine umfassende Betreuung.

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