Schwörmontag Das war das Nabada am Schwörmontag 2017

Ulm / Edwin Ruschitzka 20.07.2018
Jede Menge Wasser von links, von rechts, von unten, aber zum Glück nicht mehr von oben. Mancher blickte bang gen Himmel. Dennoch wurde auf der Donau abermals ausgelassen gefeiert.

Ekel Alfred, pardon, natürlich Tief Alfred, wie die gerade über Europa hinwegziehende Schlechtwetterfront getauft wurde, hat am Montag Tausende in Atem gehalten. Zeigt Alfred sich von seiner garstig nassen Seite wie am Morgen bei der Schwörrede auf dem Weinhof? Oder hat er wenigstens mit den Nabadern Erbarmen? Es galt Letzteres. Gegen 16 Uhr riss die graue Wolkendecke auf, zeigten sich sogar ein paar Sonnenstrahlen am teilweise blauen Himmel. Dennoch: An den Ufern in Ulm und Neu-Ulm saßen oder standen deutlich weniger Zuschauer als in den Jahren zuvor. Viele wollten Alfred einfach nicht über den Weg trauen. Und auch auf dem Wasser war zwar genug, aber eben nur halb so viel los wie im vergangenen Jahr.

Der Startschuss war zur Überraschung vieler schon um 15.45 Uhr gegeben worden. Zuvor waren auf dem Schwal in Neu-Ulm, wohl die beste Aussichtsplattform dies- und jenseits der Donau, die Bänke und Tische vom Wasser befreit worden. Am Ufer, das ziemlich rutschig war, saß man Schulter an Schulter. Wie im vergangenen Jahr hatten sich die Organisatoren dazu entschlossen, die Themenschiffe und die wilden Nabader voneinander zu trennen. In diesem Jahr wurden die Schachteln und die Motto-Fähren zuerst auf die Reise in Richtung Böfinger Kraftwerk geschickt. Diese blieben die ersten Minuten unter sich, die Zuschauer hatten also ausreichend Gelegenheit, deren Sinn, mitunter auch deren Unsinn zu studieren.

Mitunter kryptische Botschaften

Die Botschaft der ein oder anderen Motto-Fähre war ziemlich kryptisch. Und man fragte sich zuweilen, was deren Erfinder kundtun wollten. Gleich das erste Boot mit der Nummer 13  des Mayser Azubi-Teams „Warteschleife Linie 2“ zeigte den Drachen Fuchur aus Michael Endes „Unendliche Geschichte“ auf der Tram. Dabei fährt die Straßenbahn doch wie geplant im Jahr 2018, und sie ist alles andere als eine unendliche Geschichte geworden. Boot 19 „AusTRUMPeln von der Schule von Ergotherapeuten zeigte Einhörner, die die auf den amerikanischen Präsidenten losgehen. Deutlicher war da schon Schiff 24 von den Mitarbeitern der Justizvollzugsanstalt, die Trump in einem riesigen Fettnapf auf- und abtauchen ließen. Überhaupt Trump und seine Sprüche. Dieser und diese waren gleich mehrfach Themengeber, auch für das Anna-Essinger-Gymnasium in Ulm. „America first, Ulm second und dann der Rest der Welt“ hieß es auf deren Schiff.

Eine Beate-Uhse-Kaserne?

Ansonsten dominierte das lokale Geschehen, das zum Teil treffend karikiert wurde.  Tim (von Winning) der Baumeister, geschaffen von den Nabada-Freunden, ließ die Ulmer Neubauten immer enger zusammenstehen. Auf dem Schiff der Ulmer Narrenzunft stritten der der Ulmer OB Gunter Czisch und Sportopia-Erfinder Walter Feucht ums Ulmer Geld, das nicht die Welt, sondern den Sport regiert. Welche alternativen Namensvorschläge könnte  die Erwin-Rommel-Kaserne in Dornstadt bekommen, überlegte sich das Bundeswehrkrankenhaus. Um die Vorschläge Alice-Schwarzer- oder Beate Uhse gleich wieder als „zu sexistisch“ abzutun. Auch eine Karl-Theodor-zu-Guttenberg-Kaserne wird als „Fake“ dementiert. Dass die Stadt Ulm im Mief erstickt, wollte die DLRG-Jugendgruppe erklären. Eine riesige Gasmaske auf deren Schiff sollte das unterstreichen.

Einen Ulmer Fidget-Spinner hatte der Basketball-Fanclub Fan-Attack kreiert. Dort drehten sich der Verein Leise, die vielen Baustellen und die steigenden Mieten als echte „Ulmer Spinnereien“ um die Wette. Sehr nett! Aber das Geheimnis der Freiwilligen Feuerwehr in Offenhausen wird wohl für immer bleiben, wer denn einst Thronfolger von Horst Seehofer und Winfried Kretschmann werden könnte. Die Minions aus dem Zeichentrickfilm „Ich – Einfach unverbesserlich“ könnten einen Hinweis geben. Keiner ist geeignet, meint die Feuerwehr, denn beide Typen sind einfach unverbesserlich.

Gespannt darf man nun sein, welche Motto-Fähre zur originellsten gewählt wird.

Abstimmung
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