Wie das Münster bislang nachts angestrahlt wird, ist nicht gut. „Unten ist es schwarz und dunkel“, sagt Baubürgermeister Tim von Winning, „wir wollen es besser in Szene setzen mittels einer Effektbeleuchtung.“ Um die hinzubekommen, hat die Stadt ein Beleuchtungskonzept für den Münsterplatz erarbeitet, welches am Dienstag den Stadträten im Bauausschuss vorgestellt und von ihnen angenommen wurde. Der Entwurf stammt vom Büro Light-Design Belzner Holmes, wird knapp 700.000 Euro kosten – aber wegen des langen Vorlaufs der Detail- und Bauplanung erst in einem Jahr umgesetzt.

Beleuchtung von drei Ebenen

Thomas Hollubarsch von Light-Design stellte das Konzept vor, das sich vorerst nur auf die östliche Chorseite und die Südseite des Münsters bezieht. Die Beleuchtung soll in drei Ebenen erfolgen: vom Boden, von Masten und von Strahlern auf benachbarten Gebäuden. Die Bodenstrahler werden nah am Münster im Pflaster versenkt, sie werfen ihr Licht nach oben in die Nischen und auf die Strebepfeiler. Weil es dann keine schattigen Stellen mehr gibt, soll auch das Problem mit den Wildpinklern gelöst werden.

Mühlhausen

Die zweite Beleuchtungsebene sind leistungsstarke Strahler auf Masten, die auch der Straßenbeleuchtung dienen. Sie geben ihr Licht auf den oberen Teil der Fassade ab, bis zum Dach. Es werden weniger Masten als heute ausreichen, weil die modernen Lampen mehr Helligkeit erzeugen, sagte Hollubarsch. Überhaupt: Es werden nur LED-Lampen eingesetzt, die wenig Energie brauchen.

Die dritte Ebene wirft ihr Licht auf die Türme und das Dach mit seinen Strebebögen und Fialen. Auf benachbarten Dächern gibt es derzeit zwar schon Strahler, aber um sie in die neue Konzeption einzubinden, ist laut Hollubarsch eine aufwändige Planung und Abstimmung nötig.

Fortführung bald angehen

Daher soll diese Ebene erst in der Fortführung des Konzepts angegangen werden, wenn es um die West- und Nordseite geht. Das sollte möglichst bald  geschehen, meint der Baubürgermeister. Die Valentinskapelle und der Delfinbrunnen werden bereits jetzt ins Konzept einbezogen.Bei den Stadträten kam das Beleuchtungskonzept gut an. Darum stimmten alle zu, nur Sabine Schuler (CDU) enthielt sich.

Ein Wermutstropfen in der allgemeinen Freude war, dass es noch rund ein Jahr dauern wird, bis das Konzept umgesetzt werden kann. Laut von Winning dauern die Tiefbau- und Bodenbelagsarbeiten und dann der Aufbau der Lampen acht bis zehn Wochen. In dieser Zeit dürfen auf dem südlichen Münsterplatz keine Veranstaltungen stattfinden. „Es ist nicht ganz einfach, ein solches Zeitfenster zu finden.“ Daher werden die Arbeiten erst im Februar 2020 beginnen und sollen bis Mai abgeschlossen sein.

Im Zuge dessen wird auch der Bauzaun um den Chor abgebaut, der Bereich dahinter muss aber noch gepflastert werden. Auf Rück­frage aus dem Gremium sagte der Baubürgermeister, dass die Münstergemeinde nicht an diesen Kosten beteiligt wird. „Das ist eine freiwillige Leistung der Stadt.“ Von Winning hält das für angemessen „im Interesse der Stadtidentität“. Das Münster sei schließlich das wichtigste Gebäude Ulms.  Die bisherigen Parkplätze am Zaun werden größtenteils wegfallen, einige wenige aber bleiben für die Kirchengemeinde erhalten.

Die Kostenschätzung für diesen Teil des Beleuchtungskonzepts beläuft sich auf 692.000 Euro. Im Etat 2019 sind dafür 550.000 Euro eingeplant.

Brigitte Dahlbender (SPD) sorgte sich um die Auswirkung der neuen Beleuchtung für die Bäume auf dem südlichen Münsterplatz und fürchtete für sie einen größeren Stress. Thomas Hollubarsch versicherte, die Belastung bleibe gleich.

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