Städtebau Leonardo-Hotel setzt Akzent im Dichterviertel

Ulm / Ulrike Schleicher 17.05.2018

Am Montag war das Hotel zum ersten Mal ausgebucht. Nicht einmal für Yoram Biton, den Chef der Leonardo-Hotels in Mitteleuropa, war noch ein Zimmer frei. Keine Frage, das sind Signale eines ausgezeichneten Starts für ein Haus, das gerade mal vor vier Wochen seine Türen geöffnet hat.

So sieht das auch Hotel-Manager Tim Ziegler, der die Fertigstellung des Hauses in den vergangenen Wochen begleitet hat und weiß, wie die Lobby im Rohbau noch ausgesehen hat: „Wir sind glücklich mit dem Standort hier.“ Auf der Nordseite laufe der Ulmer Highway, die B 10, und vermittle das Gefühl, in einer Metropole zu sein. Im Osten befinde sich eine gewachsene Stadt und die Nähe zum Hauptbahnhof sei perfekt.

Auch Ulms OB Gunter Czisch spricht beim Pressetermin zur Eröffnung die Lage des Hotels an. Freilich aus einem anderen Grund. Städtebaulich „setzt das Leonardo-Hotel samt Wohnungen einen ersten Akzent im Sanierungsgebiet Dichterviertel“. Das Quartier sei in der Nachkriegszeit entstanden, was man ihm auch ansehe. „Ein bisschen wie Kraut und Rüben sieht das aus.“ Dass Rainer Staiger, Geschäftsführer von Pro Invest, hier investiere, zeuge von Mut, lobte Czisch. Der Investor hat neben dem Hotel-Gebäude auch 74 Wohnungen sowie 179 öffentliche und private Tiefgaragen-Stellplätze gebaut.

Mehr als 5000 Betten in Ulm

„Auch dem Betreiber des Hotels, den Leonardo-Hotels, gebührt Dank für das Engagement am Standort“, wandte sich Czisch an Yoram Biton. Vor allem wenn man die Nachbarschaft betrachte – ein riesiger, in die Jahre gekommener Wohnblock, der bald abgerissen werde – sowie zahlreiche Kleinbetriebe. Er sei überzeugt, dass das Dichterviertel in zehn Jahren pulsieren werde, sagte der OB.

Dass Ulm mit seinen Hotels  nun mehr als 5000 Gästebetten biete, sei den stets steigenden Touristenzahlen geschuldet. Rund 850 000 sind es 2017 gewesen. Auch Wissenschaft und Wirtschaft in der Stadt hätten Bedarf an Tagungsstätten.

Der Standort Ulm sei ganz bewusst ausgewählt worden, unterstrich Yoram Biton: „Wir haben oft von der Stadt und ihrem Potenzial gehört.“ Trotzdem sei nicht klar gewesen, ob es ausreiche, ein Hotel zu installieren. „Was machen die Leute am Wochenende, wie lang sind die Geschäfte geöffnet?“, nannte Biton Kriterien. Eine Studie brachte schließlich das positive Ergebnis.

Dachterrasse und trendige Möbel

Das Haus bietet zwei großzügige Bereiche für Tagungen und Events im Erdgeschoss (100 Quadratmeter) und Dachgeschoss (320 Quadratmeter). Ein Highlight ist die Dachterrasse im fünften Stock mit imposantem Blick über die Altstadt hin auf das Ulmer Münster. Auf die Stadt wird im ganzen Gebäude Bezug genommen: Überall hängen Schwarzweiß-Fotografien mit Stadtansichten. Ein Konzept, das Innenarchitekt Andreas Neudahm umgesetzt hat, wie auch die gesamte Einrichtung. Die Lobby ist offen gebaut mit direktem Zugang zu Bar und Restaurant. „Wir achten auf Licht und Farbe“, sagt Neudahm. So passt sich die Beleuchtung der Tageszeit an. Das Mobiliar ist trendy: Mit Samt bezogene Sitzmöbel, kräftige Farben, die sich mit sanften Tönen abwechseln. Der Gast soll sich wie Zuhause fühlen.

Alle 148 Zimmer haben Doppelbetten, einen modernen Duschbereich, einen Arbeitsplatz, Klimaanlage, TV und W-Lan. Eine wachsende Zielgruppe für Leonardo-Hotels sind reisende Geschäftsfrauen. „Für sie haben extra unsere ,women-friendly rooms’, sagt Ziegler.

Die Zimmer seien mit Details ausgestattet, auf die geschäftsreisende Frauen laut einer Studie Wert legten. Sie hätten ein eigenes Farb- und Designkonzept, sogar einen eigenen Raumduft, einen großen Arbeitsplatz, es gebe Zeitschriften sowie Wärmflaschen.

Das Haus stehe nicht nur Touristen zur Verfügung, unterstrich Ziegler. „Das Restaurant, die Bar und die Dachterrasse stehen allen Ulmern offen.“ Jeder könne hier in Ruhe zu Abend essen oder einen Cocktail genießen.

Hotel ist Teil der Fattal-Gruppe

Hotel 148 Zimmer inklusive vier Junior-Suiten, ein Restaurant mit 120 Plätzen, ein großer Veranstaltungsbereich, eine Dachterrasse, Sauna sowie Fitnessraum stehen im Leonardo Royal in Ulm zur Verfügung. 35 Mitarbeiter sowie eine Reinigungsfirma sind für die Gäste da.

Unternehmen Leonardo-Hotels gehört zur Fattal-Gruppe, die 1998 von David Fattal in Israel gegründet worden ist. Derzeit betreibt sie mehr als 170 Hotels weltweit, davon 48 in Deutschland.