Ausblick Leitartikel zu 2018 in Ulm: Jahr der Antworten

Harald John
Harald John © Foto: privat
Der 23 / Harald John 30.12.2017
Von Großprojekten über Baustelllen bis zur Konjunktur – 2018 wird zum Jahren der offenen Fragen, meint Harald John.

Der 23. Juli 2018, Schwörmontag: Zwölf Uhr mittags, vom Münsterturm schlägt die Schwör­­glocke, OB Gunter Czisch spricht die traditionelle Formel: „Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein in allen gleichen, gemeinsamen und redlichen Dingen ohne allen Vorbehalt.“

Soviel scheint sicher für das neue Jahr in Ulm und Neu-Ulm, mehr leider nicht. Schon die Prognose, ob der Glockenschlag bis zum Balkon des Schwörhauses trägt oder wie letzten Sommer von einem heftigen Platzregen verschluckt wird, bleibt offen. Aber die Aussichten auf sonnige Tage steigen, nicht nur meteorologisch. Denn 2018 werden sich in Ulm Baustellen schließen und die streckenweise düstere Stimmung aufhellen.

Ein zentrales Datum wird der 9. Dezember sein, an dem die neue Linie 2 zur Premierenfahrt starten soll. In Kürze beginnen Probefahrten, die Signale deuten auf planmäßige Fertigstellung. Ulm würde damit ein starkes Zeichen setzen: Großprojekte können – anders als in Berlin und Stuttgart – im Zeit- und Kostenrahmen bleiben.

Gute Vorsätze

Auch der Bau der Sedelhöfe kommt gut voran, zuletzt wurden weder neue Einstein-Artefakte noch Dino-Knochen entdeckt, die Planungen für die Eröffnung im Herbst 2019 laufen. Sicher, die Situation vorm Bahnhof mit Bau der Tiefgarage und des neuen ZOB wird unübersichtlich bleiben, Arbeiten an den maroden Brücken sind nicht zu vermeiden. Deshalb muss man kein Hellseher sein, um weitere Staus vorauszusagen. Ein guter Vorsatz der Baubehörden könnte sein, die Planungen in Ulm und Neu-Ulm sorgfältig zu koordinieren.

Ob Kita-Ausbau, Digitalisierung der Schulen oder Förderung von Sport und Ehrenamt, die Stadtpolitik hat ihre Spielräume genutzt, Ulm deutlich voranzubringen. Spielräume, die durch die boomende Wirtschaft und regen Handel möglich wurden. Bleibt die Konjunktur robust, wird die Stadt Rückschläge wie die Schließung des Daimler-Forschungszentrums und die tiefe Krise des Teva-Konzerns mit seinen Auswirkungen auf die Ulmer Ratiopharm-Tochter auffangen können.

Der Ulmer Festtagskalender 2018 ist gut gefüllt, am 6. Juli startet das 11. Internationale Donaufest. Es steht unter dem Motto „Miteinander ohne Grenzen in Frieden und Freiheit“. Ein Motto, das deutlich macht, was am Ende wirklich wichtig ist.

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