Eine Gebührenerhöhung von 20 Prozent – das hört sich erst mal ganz schön happig an. Doch wenn man sich die Mühe macht, nachzurechnen, was die Erhöhung letztlich tatsächlich in Euro ausmacht, merkt man schnell: Alles halb so wild. 20.000 Euro mehr pro Jahr sollen die höheren Gebühren für die Außenbewirtschaftung letztlich bringen. Eine Geldschwemme im Stadtsäckel sieht anders aus.

Trotzdem geht die überproportionale Anpassung, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach wiederholen wird, absolut in Ordnung. Denn warum sollte die Stadt Straßen und Plätze Gastronomen überlassen, die zuallererst in die eigene Tasche wirtschaften? Schließlich gehört der öffentliche Raum allen Bürgern. Beschließt die Stadt, dass er für privatwirtschaftliche Interessen genutzt werden kann, dann darf sie auch eine entsprechende Vergütung verlangen – die über den Umweg in die Stadtkasse letztlich wieder der Öffentlichkeit zugute kommt.

Cafés und Restaurants, die ihre Gäste draußen versorgen, dürften dennoch ein gutes Geschäft machen. Jede Ladenmiete fällt höher aus als das, was die Stadt Ulm für die Nutzung einer Straße verlangt: Schlappe 5,14 Euro werden selbst in der Fußgängerzone monatlich pro Quadratmeter fällig. Für kleine Betriebe kann das zwar eine Belastung bedeuten, Großgastronomen und Ketten sollten die Erhöhung aber verkraften.