Ulm/Neu-Ulm Das Fußvolk mitnehmen!

Ulm/Neu-Ulm / JAKOB RESCH 26.02.2013
Der Verkehrsentwicklungsplan für die Städte Ulm und Neu-Ulm wird gerade fortgeschrieben, unter Einbeziehung der Bürger. Sie konnten jetzt im Internet mitarbeiten. Erkenntnis: Fußgänger nicht vergessen!

Im Herbst sollen die Neu-Ulmer und Ulmer Stadträte den neuen Verkehrsentwicklungsplan verabschieden, der dann den ziemlich veralteten von 1995 fortschreibt - da war noch das Fünf-Linien-Konzept für die Straßenbahn drin! Wenn es soweit ist, werden auch Vorschläge aus der Bürgerschaft mit eingeflossen sein, die sie diesmal über ein Internet-Forum einbringen konnten (siehe Info-Kasten). Drei Schwerpunkte bildeten sich dabei ab, wie die städtischen Verkehrsplaner jetzt darlegten:

ÖPNV: Hier ging es den Nutzern um Themen wie Netzoptimierung, Ticket-Arten, Verbindungszeiten und Vernetzung mit Neuen Medien.

Fußgänger: Die hatten die Verkehrsplaner gar nicht als eigenes Handlungsfeld auf der Rechnung. Doch den Nutzern sind Wegeverbindungen und Querungen wichtig. Das greifen die Planer auf, auch um dem Rückgang an Fußstrecken an der Gesamtheit aller Wege zu begegnen. Technologie: Am Technologiestandort Ulm/Neu-Ulm wird der Telematik eine besondere Rolle zugewiesen, besonders mit Blick auf die Verknüpfung der einzelnen Verkehrsträger, Beispiele: Kombi-Tickets, Vernetzung der Verleihsysteme.

Diese Forderung entspricht auch dem allgemeinen Wandel, dem der Verkehrsentwicklungsplan für die beiden Städte unterliegt. So geht es längst nicht mehr um den Bau neuer Straßen, wie der Neu-Ulmer Stadtbaurat Andreas Neureuther sagt, sondern vielmehr um Fragen der Sanierung und darüber hinaus vor allem der Verkehrslenkung und des Verkehrsmanagements. Ulms oberster Verkehrsplaner Thomas Feig: "Wir müssen die Gleichstellung aller Verkehrsarten im innerstädtischen Verkehr herstellen."

Verkehrsplaner Andreas Borgmann von der Stadt Neu-Ulm holt noch weiter aus und verweist auf die Bedeutung wichtiger Rahmenbedingungen für die Planung wie Feinstaubbelastung, Klimawandel, älter werdende Gesellschaft: "Da haben die Verkehrsmittel des Umweltverbundes große Vorteile", Bus, Bahn, Rad, Fußgänger. "Wir wollen versuchen, diese deutlich zu stärken."

So bietet der Verkehrsentwicklungsplan Prognose und Leitbild bis 2025 und also den strategischen Rahmen für die Umsetzung konkreter Bausteine wie das optimierte Bussystem für Neu-Ulm und das Aktionsbündnis Fahr-Rad für Ulm. Im letzten Schritt der Fortschreibung geht es jetzt um Realisierungskonzepte für den Abschlussbericht, der dann vor der Sommerpause den Stadträten vorgelegt werden soll.