Behausungen aus Plastikfolien, nachts nagen Ratten an den Kindern, kein Strom, kein sauberes Wasser. 50 Roma-Familien leben am Rande Cidreags, eines 1200-Seelen-Dorfs in Rumänien. Die andere Hälfte der Einwohner des Ortes sind ungarstämmige Rumänen, die das Romaviertel niemals freiwillig betreten würden.

Vor vier Jahren lernten Heidi Haller und Stefan Zell den Ort und die Situation der Roma kennen. Diese bittere Armut erschütterte die beiden Gründer des Vereins "BuKi - Hilfe für Kinder in Osteuropa". Ziemlich schnell stand fest: "Hier werden wir helfen."

Die ersten beiden Jahre organisierten sie Hilfstransporte mit Kleidern, Schuhen und Medikamenten. "Wir haben aber festgestellt, dass diese Form der Hilfe die Armutsstrukturen eher verfestigt", erklärt Zell. Und so musste eine neue Idee her: 2011 wurde das "BuKi-Haus" eröffnet. Dort bekommen die Kinder Frühstück, Mittagessen, werden pädagogisch betreut und können sich waschen. Die Gegenleistung der Kinder: Sie gehen in die Schule.

Die Zustände in Cidreag hat der Fotograf Andreas Reiner in seinen Schwarzweiß-Aufnahmen festgehalten, die jetzt zum Internationalen Donaufest im Haus der Begegnung zu sehen sind. Es sind Bilder, die ganz nah dran sind, sie zeigen schonungslos die Lebensumstände. Sie ergreifen, schockieren, berühren, machen nachdenklich und lassen innehalten. Auch deshalb, weil die Roma als individuelle Persönlichkeiten porträtiert werden und nicht als anonyme Menschen.

Info Die Fotografien Andreas Reiners sind im Haus der Begegnung bis 15. Juli zu sehen: täglich 9-16.30 Uhr.