Neu-Ulm D-Box-Motion-Seats im Dietrich bringen noch mehr Action ins Kino

Neu-Ulm / MAGDI ABOUL-KHEIR 16.07.2016
Bewegendes Kinovergnügen: Wer in D-Box-Motion-Seats sitzt, kann in Filmen jetzt noch mehr mitgehen. Das Dietrich hat in die neue Technik investiert.

Durchs Weltall führt der rasante Flug, und jede Kurve geht der Kinozuschauer mit. Durchgerüttelt und geschüttelt wird er, wenn ein Meteoritenschauer durchquert wird. Und wenn später die Luftschlacht zwischen Menschen und Außerirdischen tobt, spürt der Betrachter jeden Schuss und jede Salve.

Roland Emmerich Action-Spektakel „Independence Day: Wiederkehr“ mag Cineasten nicht vom Hocker hauen, aber wer im Dietrich Filmtheater in einer so genannten D-Box sitzt, kann doch etwas mehr Spaß daran haben.

D-Box-Motion-Seats, so heißen die neuartigen Sessel, die dem Zuschauer ein im wahrsten Sinne des Wortes bewegendes Kinoerlebnis ermöglichen: 42 Mini-Motoren sorgen für ein vielfältiges Bewegungsrepertoire, von der sanften Neigung bis zum Staccato-Rattern, vom Schwingen bis zu Schlägen. Dabei sind die Moves des Sitzes selbstverständlich präzise auf das Leinwandgeschehen abgestimmt – sie sind auf einer eigenen Informationsspur des Films festgehalten. Die Bewegungen der D-Box-Motion-Seats werden von den Filmstudios schon während der Produktion der Streifen mitgedacht und hinzuprogrammiert.

In „Independence Day: Wiederkehr“ greifen also erneut fiese Tentakel-Aliens die Erde an. Wenn da in einer Szene im Raumschiff der Fusionsantrieb gezündet wird, brüllt nicht nur der flugkranke Wissenschaftler David Levinson (Jeff Goldblum) los – auch dem Kinozuschauer wird in seinem D-Box-Motion-Seat Action unterm Hintern gemacht. Und genau für Action-, Spannungs- oder auch Animationsfilme ist diese Technik gedacht. Besonders wirkungsvoll ist sie, wenn sie mit 3D-Effekten gekoppelt ist: mittendrin statt nur dabei.

Über 37 D-Box-Sitze verfügt das Dietrich, sie sind in den Sälen 4, 6 und 8 installiert worden, und zwar an den besten Plätzen: Mitte-Mitte. 185?000 Euro hat sich das Neu-Ulmer Filmtheater das Extra kosten lassen, dafür hat es in der Region auch die Exklusiv-Rechte an der Neuheit.  50 Filmtheater sind in Deutschland bislang dabei.

Der Kinogänger muss einen Aufschlag von sechs Euro pro Kinoticket löhnen. „Wenn unsere Kassenkräfte es den Leuten erklären, sagen viele: Komm, das probieren wir aus, das ist cool!“, berichtet Kinoleiter Sebastian Schmid. Und die meisten seien dann tatsächlich begeistert.

Dabei sei er wie auch Geschäftsführer Roland Sailer zunächst ziemlich skeptisch gewesen, räumt Schmid offen ein. „Wir haben uns beide gefragt: Braucht man das jetzt auch noch?“ Schließlich gab es in den vergangenen Jahren von 3D bis HDR etliche Neuheiten, die die Kinofans mal mehr, mal weniger in Entzückung versetzen. Die D-Box-Technik überzeugte sie aber: „Das bringt tatsächlich einen Mehrwert“, sagt Schmid. Gerade bei den Neustarts und in Abendvorstellungen seien die Hightech-Sitze rasch ausgebucht.

Ein Vergnügen irgendwo zwischen Achterbahn und Massagestuhl: Drei Stufen hat der Kinogänger zur Auswah. Die niedrigste ist eher sanft, in der höchsten wird der Kinozuschauer in der finalen Schlacht von „Independence Day: Wiederkehr“ ordentlich ballaballa.

„Alles anschnallen! Es wird holprig!“, ruft einer der jungen Helden-Piloten während einer Flugszene. Anschnallen muss man sich im Kino freilich dann doch nicht, und es gibt durchaus Ruhepausen. Aber in den spektakulären Action-Szenen, wenn etwa London dem Erdboden gleichgemacht wird oder es im Finale der Alien-Königin an den Kragen geht, tut der Sitz wirklich etwas für sein Geld.

Nur in Kuss-Szenen, da rührt sich der Stuhl kein bisschen und wird zum stillen Genießer.

Nicht für alle Filme

D-Box-Motion-Seats Vor allem, wenn in einem Film Action oder Nervenkitzel geboten werden oder es turbulent zugeht, sind die D-Box-Motion-Seats geeignet. Im Dietrich Filmtheater kann man mit dieser neuen Sitz-Technik derzeit neben dem Science-Fiction-Spektakel „Independence Day: Wiederkehr“ noch den Gruselfilm „Conjuring 2“ und den Animationsklamauk „Ice Age: Kollision voraus“ erleben.

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