Eine Reisewarnung heißt nicht, dass man nicht verreisen darf. Allerdings rät die Bundesregierung nach wie vor von touristischen Reisen ab. Baden-Württemberg und Bayern haben die Quarantäne-Bestimmungen für Rückkehrer aus der EU, den Schengen-Staaten und Großbritannien aufgehoben. Das bedeutet, dass man bei der Rückkehr nicht mehr in häusliche Isolation muss.

Sollte sich die Situation ändern, während man verreist ist, also etwa die Grenzen wieder geschlossen, Flug- oder Schiffsverkehr wieder eingestellt werden, holt die Bundesregierung keine deutschen Staatsbürger aus dem Ausland zurück, so lange die Reisewarnung gilt. Derzeit ist das bis einschließlich 14. Juni. Es ist aber davon auszugehen, dass sie für Reisen außerhalb Europas verlängert wird.
Hier eine Übersicht über den aktuellen Stand:

Deutschland

Die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Wichtig ist: Die Kontaktbeschränkungen wurden bundesweit bis zum 5. Juni verlängert, damit gelten sie natürlich auch im Urlaub – und zwar immer die des jeweiligen Reiselandes. Als erstes Land überlegt nun Thüringen, alle Beschränkungen aufzuheben. Die Regeln in den meisten Bundesländern sind dieselben, die in Bayern gelten. Baden-Württemberg ist mit dem Verbot der Treffen zweier Hausstände im öffentlichen Raum sowie der Fünf-Personen-Grenze im Privaten eher die Ausnahme. Grundsätzlich aber gilt: Vereinsausflüge und Gruppenreisen sind nicht möglich.

Bayern

Der 30. Mai ist das Datum für den Neustart des Tourismus im Freistaat. Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze öffnen dann wieder. Es gelten die allgemeinen gültigen Hygiene-Auflagen wie Mundschutz-Pflicht und natürlich die Abstandsregeln. Maximal dürfen die Angehörigen zweier Haushalte zusammen eine Wohnung beziehen. Familien oder Lebenspartner können zusammen verreisen. Viele touristische Attraktionen, wie zum Beispiel Freizeitparks oder Schlösser, dürfen ebenfalls wieder aufmachen – was nicht heißt, dass alle schon wieder auf haben. Der Publikumsmagnet Neuschwanstein etwa bleibt über Pfingsten noch geschlossen.

Baden-Württemberg

Ferienwohnungen, Camping- und Wohnmobilstellplätze für Selbstversorger sind bereits geöffnet, die Gemeinschaftseinrichtungen sind noch bis 28. Mai geschlossen. Vom 29. Mai an darf man auch wieder mit dem Zelt auf Campingplätze. Pensionen und Hotels dürfen dann ebenfalls wieder öffnen. Mund-Nasen-Schutz muss in gemeinsam genutzten Räumen getragen werden. Die Zimmer können mit der Anzahl an Personen belegt werden, die auch nach der allgemeinen Corona-Verordnung im privaten Bereich zusammenkommen dürfen – also höchstens fünf Personen aus unterschiedlichen Haushalten. Für hoteleigene Restaurants gelten dieselben Regeln wie für alle anderen Restaurants, ebenso wie für Schwimmbäder, Fitnessräume und Saunen oder angebotene Dienstleistungen wie Massagen. Spaßbäder bleiben noch geschlossen, dagegen sind etwa die Boote auf dem Bodensee schon wieder unterwegs. Freizeitparks öffnen mit beschränkten Besucherzahlen wieder am 29. Mai. Überall gilt: Der Mindestabstand muss eingehalten werden. Ohne Anmeldung läuft nichts.

Mecklenburg-Vorpommern

Nachdem hier lange sogar die Landesgrenzen geschlossen waren, dürfen seit heute, 25. Mai, Urlauber aus ganz Deutschland wieder ins Land. Zu den Auflagen gehört hier unter anderem die Pflicht zur Vorab-Buchung. Strände und Freibäder haben mit Einschränkungen geöffnet. Vor allem die Abstandsregeln müssen eingehalten werden.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein ist Tourismus bereits wieder möglich – auch auf den Inseln. Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze sind geöffnet. Auf Campingplätzen sind Duschen und Gemeinschaftsräume bislang aber noch geschlossen, die Toiletten sind aber zugänglich.

Italien

Italien will seine Grenzen für Touristen ab dem 3. Juni öffnen. Allerdings gilt die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes noch bis einschließlich 14. Juni. Wer bis dahin eine Urlaubsreise antritt, tut dies auf eigene Gefahr. Außerdem sind die österreichischen Grenzen momentan nur für den Transitverkehr geöffnet. Wer nach Italien fährt, darf sich also in Österreich nirgends aufhalten. Ob die Einreise nach Italien über die Schweiz möglich sein wird, ist derzeit unklar. Innerhalb von Italien gelten die dortigen Hygienevorschriften, die zum Teil strenger und umfangreicher sind als in Deutschland. So gibt es in manchen Geschäften eine Handschuhpflicht und es wird Fieber gemessen.Wie in Deutschland gibt es auch hier regionale Unterschiede. Besonders Südtirol weicht in einigen Punkten von der Linie der Regierung in Rom ab, ist lockerer.

Für Touristen werden die Grenzen zu Deutschland am 15. Juni geöffnet. Dann fällt auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes weg. Im Gegensatz zu beispielsweise bayerischen Hotels haben in Österreich auch die Wellness-Bereiche geöffnet. In beiden Ländern sollen auch Bergbahnen in den nächsten Wochen wieder fahren.

Dänemark/Schweden

Die dänischen Grenzen sind für Touristen momentan noch geschlossen. Das gilt auch für den Transitverkehr nach Schweden. Die dänische Regierung will nächste Woche über ihr weiteres Vorgehen informieren. Die schwedischen Grenzen sind für EU-Bürger grundsätzlich geöffnet, man kann also direkt von Deutschland mit der Fähre einreisen – sofern eine fährt. Auch für Schweden gilt die allgemeine Reisewarnung. Nach dem 14. Juni dürfte Urlaub in Schweden aber wieder möglich sein.

Niederlande

Die Niederlande öffnen die meisten Tourismusbetriebe am 1. Juli, aber bereits davor gibt es Ausnahmen. Ein Einreiseverbot gab es dort nie. Campingplätze sind oft schon geöffnet, ebenso auch Freizeitparks. Allerdings sind auf Campingplätzen die Sanitäranlagen geschlossen, so dass Zelten auch erst später möglich ist, wenn die Gemeinschaftseinrichtungen wieder genutzt werden dürfen.  Insgesamt ist die Lage im Land unübersichtlich, weil vieles sehr regional geregelt wird. So sind in Zeeland sind  bereits Hotels geöffnet, die Hotelrestaurants aber nur sehr eingeschränkt. Weitere Lockerungen gibt es am 1. Juni, dann darf man Restaurants, Hotelterrassen und erste Kultureinrichtungen wieder besuchen. Es gelten ähnliche Regeln wie in Deutschland. Nicht genügend Abstand zu halten, ist aber sogar teurer als in Bayern. Dafür dürfen aber bis zu 30 Menschen auch vom 1. Juni an wieder ins Kino, einen Monat später soll komplett geöffnet werden.

Portugal

In Portugal ist angekündigt, dass erste Hotels und Strände an der Algarve Anfang Juni wieder öffnen. Die restlichen sollen Anfang Juli folgen. Einige Fluglinien haben bereits angekündigt, dass sie wieder fliegen werden, falls die Durchreise durch das stärker von der Pandemie betroffene Spanien noch nicht erlaubt sein sollte.

Türkei

Ankara geht davon aus, dass am 15. Juni Deutschland nicht nur die Grenzen zu den EU-Ländern öffnet, sondern auch für die Türkei. Mitte Juni plant man, den internationalen Flugverkehr schrittweise wieder aufzunehmen. Dann soll auch die Pflicht zur zweiwöchigen Quarantäne wegfallen. Diese soll durch einen Corona-Test bei der Ankunft ersetzt werden. Hotels haben laut Regierung bereits Hygienepläne vorgelegt, wie diese genau aussehen, ist aber nicht bekannt.

Kroatien

Die Einreisebestimmungen wurden bereits am 9. Mai gelockert. So darf unter anderem einreisen, wer eine Immobilie oder ein Boot im Land besitzt. Eine weitere Ausnahme gibt es für Reisende, die eine Einladung eines Unternehmens vorweisen können. Auf der Homepage des ADAC ist zu lesen, dass laut einer informellen Weisung des Innenministeriums auch eine Buchungsbestätigung für eine Unterkunft als solche Einladung gilt. Die Anreise gestaltet sich aber schwierig, solange die Grenze zu Österreich noch geschlossen ist.

Fernreisen

Derzeit noch nicht absehbar.

Großes Interesse an Reisemöglichkeiten


Fragen Die Pfingstferien stehen vor der Tür, die Ungewissheit ist groß. Das spiegelt sich auch in den Fragen wieder, die unsere Service-Redaktion erreichen. An dieser Stelle werden wir versuchen unsere Leser über die Entwicklungen in Sachen Corona-Verordnungen auf dem Laufenden zu halten. Fragen: h.gallbronner@swp.de