Alle Menschen sollen in diesen Tagen Kontakt meiden, möglichst in ihrer Wohnung bleiben. Doch was ist im Falle einer angeordneten Quarantäne noch zu beachten? Das Landratsamt Neu-Ulm und das Landratsamt Alb-Donau-Kreis geben Auskunft.

Wer unter Erkältungssymptomen oder Durchfall leidet und in den vergangenen 14 Tagen in einem der Coronavirus-Risikogebiete war oder Kontakt mit einem bestätigten Fall hatte, sollte selbstverständlich alle Kontakte zu anderen Menschen vermeiden. Das Landratsamt Neu-Ulm rät, umgehend den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 anzurufen. Personen in Quarantäne sollten zudem telefonischen Kontakt mit ihrem Haus- oder Facharzt aufnehmen, wenn sie wegen einer anderen oder bestehenden Erkrankung Medikamente oder Behandlung benötigen. Am Wochenende und außerhalb der Sprechzeiten helfe auch der Bereitschaftsdienst.

Quarantäne: Mündliche Anordnung ist rechtsverbindlich

Die häusliche Isolierung dient dem gesundheitlichen Bevölkerungsschutz. Bereits die mündliche Anordnung durch das Gesundheitsamt gilt als rechtsverbindlich. Jürgen Bigelmayr von der Pressestelle des Landratsamts Neu-Ulm appelliert aber vor allem an die Vernunft der Bürger: „Es geht nicht nur um die eigene Gesundheit, sondern das gesamte Umfeld – den Schutz der Bevölkerung an sich. Insbesondere alte und vorerkrankte Menschen sind gefährdet. Jemanden fahrlässig zu infizieren, ist kein Kavaliersdelikt.“

Geld- oder Freiheitsstrafe bei Verstößen

Das Landratsamt Alb-Donau-Kreis weist darauf hin, dass man bei einer Zuwiderhandlung gemäß dem Infektionsschutzgesetz mit einer Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen muss.

Angehörige im selben Haushalt müssen ebenfalls in Quarantäne. Die Nutzung gemeinsamer Räume in der Wohnung sollte auf ein Minimum begrenzt werden.

Die Pandemie ist für die Bürger mit Ängsten verbunden, und die Abhängigkeit von anderen, etwa beim Einkaufen, kann ein Gefühl der Ohnmacht auslösen. Helfen kann da die Nachbarschaftshilfe, besonders bei Betroffenen, die keine Freunde und Familie in der Nähe haben. In vielen Kommunen fungieren die Rathäuser als Vermittler zwischen Hilfesuchenden und Helfern. Die Einkäufe sollten dann vor der Haustür des Betroffenen abgestellt werden. Auch bieten viele Restaurants mittlerweile Lieferdienste an.

Gemeinschaftsräume sind tabu

Wer unter häuslicher Quarantäne steht, darf auch nicht mit dem Hund vor die Tür. Das Gassigehen müssen Nachbarn, Freunde oder Ausführdienste übernehmen. Auch hierbei gilt es, die erforderlichen Hygieneregeln zu beachten. Auch den Müll hinuntertragen oder den Briefkasten leeren ist bei einer verordneten Quarantäne untersagt, Betroffene müssen also Verwandte, Freunde, Nachbarn oder andere Hilfspersonen darum bitten. Der Müll sollte dem Landratsamt Alb-Donau-Kreis zufolge während der Quarantäne-Zeit (14 Tage) am besten in der Wohnung gesammelt werden. Nur wenn es unumgänglich sei, könne zum Beispiel der Nachbar den Abfall unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften für einen entsorgen. Gemeinschaftsräume wie Keller und Waschräume sollten nicht mehr aufgesucht werden.

Wohnung regelmäßig lüften

Vom Briefträger darf man das Einschreiben oder Paket nicht mehr persönlich entgegennehmen. Man sollte es stattdessen vor der Haus- oder Wohnungstür ablegen lassen und dabei den Sicherheitsabstand von zwei Meter einhalten.

Während der häuslichen Isolation sollte die Wohnung regelmäßig gelüftet werden. Unbedingt notwendig ist, sich gründlich und häufig die Hände zu waschen und benutzte Hygieneartikel zu entsorgen.