Ulm und die Region sind bisher von einem ersten Fall eines mit dem Coronavirus infizierten Patienten verschont geblieben. Doch in Eislingen im Kreis Göppingen gibt es schon einen ersten Erkrankten – der 25-Jährige hatte Kontakte im Alb-Donau-Kreis und war im Neu-Ulmer Kino Dietrichtheater. Mehrere seiner Sitznachbarn wurden am Donnerstagnachmittag in Quarantäne genommen. Insgesamt gibt es vier Patienten in Göppingen, Tübingen und Rottweil. Das macht deutlich: Das Virus könnte sehr schnell Ulm und Neu-Ulm erreichen.

Bereits mehrere Personen in Ulm auf Coronavirus getestet

Davon geht offenbar auch die Uniklinik Ulm aus. Zwar teilt die Klinikleitung mit, dass man in den vergangenen Wochen bereits mehrere Personen auf das neuartige Coronavirus getestet habe. Jedoch sei der potenziell gefährliche Erreger bisher bei keiner dieser Verdachtsfälle nachgewiesen worden: „Somit liegen bisher keine positiven Patientenfälle am Uniklinikum Ulm vor“, bilanziert die Klinik in einer Mitteilung.

In der Notaufnahme der Uniklinik werden Patienten vorab gesichtet

Dennoch bereite man sich auf dem Eselsberg auf die Versorgung von Patienten und Patientinnen mit dem Coronavirus im Blut vor. So wird bereits seit einigen Tagen in der Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme (Zina) eine so genannte „Vorabsichtung“ aller Patienten vorgenommen. „Damit wollen wir Betroffene frühzeitig erkennen und unmittelbar einer Diagnostik zuführen“, schreibt Kliniksprecherin Tanja Kotlorz in der Mitteilung. Ziel sei es, Patienten bestmöglich zu schützen.

Mehr Personal für mögliche Corona-Patienten in Ulm

Das Universitätsklinikum Ulm hält außerdem zusätzliche personelle und sonstige Ressourcen für die Versorgung der Betroffenen vor, heißt es weiter. Man stehe in einem engen Austausch mit dem Gesundheitsamt und den benachbarten Einrichtungen der stationären Versorgung.

Ratschläge für Menschen mit Corona-Verdacht

Personen, die bereits Symptome aufweisen und besorgt sind, dass sie infiziert sein könnten, sollen sich nach Aussage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erst an ihren Hausarzt wenden. Außerhalb der Dienstzeiten der Hausärzte liegt die Zuständigkeit bei der Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (Montag bis Freitag, 18 Uhr bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag 8 Uhr bis 23 Uhr). Die Telefonnummer des Notfalldienstes und Bereitschaftsdienstes außerhalb der Sprechzeiten lautet 116117.

Für die Betreuung von Patienten mit schweren Symptomen wie Atembeschwerden und hohem Fieber – mit und ohne Coronavirusinfektion – sei das Universitätsklinikum Ulm vorbereitet und stehe zur Versorgung zur Verfügung, heißt es in der Mitteilung der Klinikleitung.

Informationen zum Coronavirus in der Region

Personen, die selbst nicht erkrankt sind und allgemeine Informationen suchen, wenden sich der Uniklinik zufolge an folgende Stellen:

  • Gesundheitsamt Ulm, Telefonnummer 0731-1851730. Öffnungszeiten (Montag bis Freitag. 8 - 16 Uhr).
  • Gesundheitsamt Neu-Ulm, Telefonnummer 0731- 7040701
  • Landesweite Corona-Hotlines. Für Baden-Württemberg: Telefonnummer 0711-90439555, Öffnungszeiten von 9 - 16 Uhr. Für Bayern: Telefonnummer 089- 23347819. Öffnungszeiten von 8 - 15 Uhr.