Wegen des Coronavirus schließt das Land alle Schulen und Kitas, das gilt auch für Ulm. Die Schließungen stellen viele berufstätige Eltern vor große Probleme, da sie ihre Kinder nicht betreuen können.

Betreuung von Kindern privat organisieren

Die Stadt Ulm weist in einer Mitteilung vom Sonntag darauf hin, dass Eltern ihre Kinder selbst zu Hause betreuen sollten und dabei keine privaten Betreuungsgruppen bilden sollten. Auch Großeltern seien aus Sicht von Virus-Experten für die Betreuung nicht geeignet.

Die private Betreuung setzte „natürlich voraus, dass die Arbeitgeber den betroffenen Eltern flexible Arbeitsmöglichkeiten wie Homeoffice oder Überstundenabbau ermöglichen“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Bürgermeisterin Iris Mann habe entsprechend an die örtlichen Betriebe und Unternehmen appelliert. Auch OB Gunter Czisch bat Unternehmen, großzügige und flexible Arbeitszeitregelungen anzubieten.

Notfallbetreuung nur für besondere Zielgruppen

Die Stadt Ulm veröffentlichte am Sonntag eine Mitteilung zur Notfallbetreuung, die allerdings nur für besondere Zielgruppen gilt. Demnach schließt Ulm sich beim Betreuungsangebot in Notfallgruppen für die nächsten Wochen der Regelung des Landes Baden-Württemberg an.

Ulm/Neu-Ulm

Anspruch für Mitarbeiter in kritischer Infrastruktur

In der Mitteilung heißt es: „Anspruch auf einen Platz in einer Notbetreuungsgruppe haben lediglich Kinder, deren Erziehungsberechtigte in Bereichen der so genannten kritischen Infrastruktur arbeiten und die keine anderen Betreuungsmöglichkeiten (Großeltern ausgenommen) haben.“

Zur kritischen Infrastruktur zählen insbesondere folgende Bereiche_

  • Gesundheitsversorgung (medizinisches und pflegerisches Personal und Hersteller von für die Versorgung notwendigen Medizinprodukten),
  • Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz)
  • Sicherstellung der öffentlichen lnfrastruktur (Telekommunikation, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung, kommunale Leistungen der Existenzsicherung, Meldewesen etc.)
  • Lebensmittelbranche. Grundvoraussetzung ist dabei, dass beide Elternteil der Kinder, im Fall von Alleinerziehenden der oder die Alleinerziehende, in Bereichen der kritischen lnfrastruktur tätig sind.

Weiter heißt es, dass Erzieherinnen sowie Lehrkräfte, die über 60 Jahre alt sind oder relevante Vorerkrankungen haben, sowie schwangere Mitarbeiterinnen nicht eingesetzt werden.

Notfallgruppen für Schülerbetreuung nur in Grundschulen

Die Abteilung Bildung und Sport weist darauf hin, dass die Stadt nur die Notfallgruppen an Grundschulen organisiert. Für die 5. und 6. Klassen der weiterführenden Schulen seien die jeweiligen Schulen zuständig.

  • Betroffene Familien von Grundschulkindern sollen sich per Mail an schulkindbetreuung@ulm.de wenden.
  • Wer einen Kita-Notgruppenplatz benötigt, meldet sich am Montagmorgen bei seiner Kita-Leitung.