Seit Freitagmorgen stuft das Robert-Koch-Institut Südtirol als Coronavirus-Risikogebiet ein. Vor diesem Hintergrund hat das baden-württembergische Kultusministeriums alle Schulen und Kindertagesstätten im Südwesten informiert, dass ab sofort alle Personen, die in den vergangenen 14 Tagen aus einem Risikogebiet – also auch aus Südtirol – zurückgekehrt sind, vorsorglich 14 Tage zu Hause bleiben sollen.

Wir haben nachgefragt, ob diese Vorgabe auch in Ulmer sowie Neu-Ulmer Schulen umgesetzt wird und welche weiteren Schutzmaßnahmen getroffen werden.

Anna-Essinger-Realschule in Ulm

Markus Brenner, Schulleiter der Anna-Essinger-Realschule in Ulm, erklärt seine Vorgehensweise: Wer in den Faschingsferien in Südtirol im Urlaub war, dürfe ab dem 16. März wieder zur Schule kommen. Wie viele Kinder wirklich von dem Schulausschluss betroffen sind, wisse er erst in den nächsten Tagen. Die Lehrer seien alle noch bei der Arbeit. Die Schüler in den Abschlussklassen müssten sich keine Sorgen machen, meint Brenner: „Die Lehrer vergeben täglich Aufgaben per Mail.“ So könnten die Schüler sich von Zuhause aus vorbereiten. Für Brenner steht die Gesundheit der Schüler an erster Stelle: „Das Schulische lässt sich aufholen.“

Hans und Sophie Scholl-Gymnasium in Ulm

Beim Hans und Sophie Scholl- Gymnasium wird ähnlich gehandelt. Schüler, die zu Hause bleiben müssen, sollen durch Mitschüler auf dem aktuellen Stand gehalten werden, so die Rektorin Karin Höflinger-Schwarz. Die anwesenden Schüler würden zudem bestmöglich über das Virus und mögliche Schutzmaßnahmen informiert: „Wir haben Plakate aufgehängt und Gespräche mit den Kindern geführt“, sagt Höflinger-Schwarz. Außerdem seien mehr Seifenspender im Gebäude angebracht worden. Man versuche, die Situation möglichst nüchtern zu bewerten und rational zu handeln.

St.-Hildegard-Realschule in Ulm

„Panik zu machen, wäre gefährlich“, findet auch Dr. Stefanie Lepre, Schulleiterin der Realschule im Schulzentrum St. Hildegard. Zum Wochenbeginn haben die Lehrkräfte den Kindern verschiedene Hygieneregeln erklärt, beispielsweise das richtige Niesen. Im Hinblick auf anstehende Klassenarbeiten mache sich die Schulleiterin aktuell keine Gedanken: „Wir finden eine Lösung“. Die Eltern seien sehr verständnisvoll. Man müsse jetzt mit Bedacht vorgehen, meint Lepre.

Lessing-Gymnasium in Neu-Ulm

Beim Neu-Ulmer Lessing-Gymnasium erklärt Schulleiter Dr. Martin Bader, dass bei ihm derzeit mehrere Rückfragen von Eltern eingehen. Generell sei es wichtig, die Hygienemaßnahmen einzuhalten: „Die Schüler sollen sich auf jeden Fall immer die Hände waschen.“ Grundsätzlich befolge er die Informationen des Kultusministeriums. Wer aufgrund der neuesten Entwicklungen daheim bleiben müsse, benötige kein Attest, betont Bader. Klassenfahrten des Lessing-Gymnasiums habe er bis auf Weiteres untersagt.

Emil-Schmid-Mittelschule in Neu-Ulm

Gerhard Schurr, Rektor der Emil-Schmid-Mittelschule gibt an, dass es in seiner Einrichtung aktuell keine Infizierten gebe. Trotzdem habe er alle Klassen dazu angehalten, die Hygienevorschriften zu beachten. Und: „Wer krank ist, sollte generell nicht kommen“, so der Schulleiter.