Aufgrund des sich schnell ausbreitenden Coronavirus werden derzeit zahlreiche Veranstaltungen in Ulm vorsorglich abgesagt. Bei Events mit mehr als 1000 Teilnehmern haben die Veranstalter gar keine Wahl: Das Land Baden-Württemberg hat sie vorerst untersagt. Wie ist vor diesem Hintergrund die Stimmung in der Ulmer Clublandschaft? Wir haben uns umgehört.

  • Theatro: Im Durchlauf hat der Ulmer Innenstadt-Club Theatro theoretisch Platz für mehr als 1000 Gäste. Zugelassen ist er aber nur bis 975 Personen, sagt Betreiber Mario Schneider. Die neue Regelung des Landes Baden-Württemberg habe daher keinen direkte Einfluss auf das Geschäft, wohl aber das Virus an sich. „Wir werden am kommenden Wochenende als Vorsichtsmaßnahme nur maximal 600 Gäste in den Club lassen“, betont Schneider. Zudem habe Schneider die Toiletten mit Desinfektionsmittel ausgestattet und ein Verhaltensblatt mit besonderen Hygienevorschriften an Mitarbeiter ausgehändigt. „Am liebsten würde ich den Betrieb zeitweise einstellen, bis sich die Lage beruhigt hat. Das kann ich mir allerdings nicht erlauben. Schließlich habe ich Fixkosten wie Miete zu tragen.“
  • Eden: Im Cabaret Eden in der Oststadt gestaltet sich die Situation ähnlich. Zwar liegt der Club mit durchschnittlich rund 200 Gästen pro Abend deutlich unter der vom Land Baden-Württemberg ausgegebenen Grenze, dennoch herrscht Verunsicherung, wie Betreiber Roy Bichay einräumt. „Am liebsten würde ich den Club zeitweise schließen. Wenn wir aus der Politik keine finanzielle Unterstützung erhalten, werden wir den Betrieb vorerst weiterführen müssen. Sonst geraten wir in Schieflage“, betont Bichay. Daher finden am kommenden Wochenende die Partys wie geplant statt. „Wir werden die Situation natürlich jeden Tag neu bewerten und analysieren“, so Bichay.
  • Gleis 44: Samuel Rettig vom Gleis 44 im Dichterviertel teilt mit, dass die für das kommende Wochenende geplanten Veranstaltungen regulär stattfinden: „Wir behalten die Situation im Auge, allerdings sehen wir derzeit kein Handlungsbedarf.“