Dass Sanjit Singh mal einen Lieferservice gründen würde, hätte er noch bis vor kurzem für undenkbar gehalten.  „Not macht erfinderisch. In Zeiten von Corona ist eben nichts mehr unmöglich“, sagt der Inhaber des Restaurants Kleinlaut  im Judenhof. Gemeinsam mit vier befreundeten Gastronomen hat er das Projekt „Ulm isst“ ins Leben gerufen. Mit dabei sind:

Seit Freitag können Kunden die Gerichte der Lokale online bestellen und nach Hause liefern lassen. „Schon zum Start hatten wir Bestellungen im dreistelligen Bereich. Wir sind überwältigt, wie gut das Angebot angenommen wird“, resümiert Singh. Auch die Dankbarkeit der Kunden sei ein wichtiger Antrieb für die Gastronomen: „In den sozialen Netzwerken haben uns zahlreiche Zuschriften erreicht. Die Leute sind froh, dass es uns in diesen Tagen gibt.“

„Ulm isst“: Nur drei Tage Vorbereitungszeit bis zum Start

Von der Idee, einen Lieferservice zu gründen, bis zur ersten eingegangenen Bestellung vergingen lediglich drei Tage, erzählt Singh: „Wir saßen am vergangenen Dienstag zusammen und haben uns einen Plan zurechtgelegt, wie wir das Beste aus der aktuellen Situation machen können.“ Jeder habe seinen Teil zum Projekt beigetragen. Beispielsweise mussten eine Webseite erstellt sowie Lieferfahrzeuge organisiert werden. Bei den Vorbereitungen konnte das Gespann auch auf Hilfe von nicht beteiligten Gastronomen zurückgreifen. „Es ist schön, wie eng die Szene jetzt zusammenrückt“, betont Singh.

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Ulm

Das Team von „Ulm isst“ arbeitet in einer Großküche am Kuhberg. Jedes Lokal hat seinen eigenen Arbeitsbereich, in dem die Köche die jeweiligen Speisen zubereiten. Anschließend werden die Bestellungen sortiert und ausgefahren. Auch die Betreiber selbst sind als Boten im Einsatz. Die Stimmung in der Gruppe sei motivierend. „Wir helfen uns gegenseitig. Wenn es an einem Herd zu stressig wird, packen die anderen sofort mit an.“

Sanjit Singh: „Mit den ersten Tagen sehr zufrieden“

Singh ist „mit den ersten Tagen sehr zufrieden“, dennoch gebe es noch Raum für Verbesserungen. Abläufe müssten sich noch besser einspielen, um die Wartezeit der Kundschaft zu verkürzen. Ob sich das Projekt finanziell lohnt, sei noch nicht abzusehen: „Es kann auch gut sein, dass wir am Ende draufzahlen. Uns geht es in erster Linie darum, unseren Gästen zu zeigen, dass wir weiterhin für sie da sind. Außerdem wollen wir unseren Teil zur Versorgung der Ulmer und Neu-Ulmer Bürger beitragen.“ Vor diesem Hintergrund sei es besonders erfreulich, dass auch bereits einige ältere Menschen den Online-Lieferdienst nutzen würden. „Wir haben uns Mühe gegeben, den Bestellvorgang so einfach wie möglich zu machen. Das zahlt sich aus“, resümiert Singh.

So läuft der  Bestellvorgang ab


Wer bestellen möchte, geht auf www.ulm-isst.de und klickt sich durch die verschiedenen Speisen der Lokale. Anschließend gibt der Kunde seine Adresse sowie die gewünschte Lieferzeit an. Bezahlt wird online, der Mindestbestellwert liegt bei 20 Euro. Das Liefergebiet
umfasst den Ulmer Stadtkern sowie Teile Neu-Ulms.