Die Corona-Krise hat erhebliche Folgen für die Gastronomie-Betriebe in Ulm. Gäste bleiben fern, Reservierungen werden storniert – einige Gastronomen fürchten um ihre Existenz. Hinzu kommt eine große Portion Unsicherheit. Während die Stadt Stuttgart am Freitagmittag bekannt gab, dass alle Bars und Clubs bis auf Weiteres schließen müssen, gibt es in Ulm bisher noch noch keine offizielle Anweisung für einen sogenannten „Shutdown“.

Krisensitzung im Theatro: Rainer Türke äußert Verständnis

Wie geht es jetzt weiter? Mit dieser Frage beschäftigten sich am Freitagnachmittag rund 35 Gastronomen bei einer Krisensitzung im Theatro, zu der auch Rainer Türke, Chef des Ulmer Ordnungsamtes, eingeladen war. Club-Betreiber Mario Schneider, der die Versammlung anberaumt hatte, betonte eingangs, dass unter den Kollegen Verunsicherung herrsche, weil sich die Städte Ulm und Stuttgart unterschiedlich verhalten. Am liebsten, so Schneider, wäre es ihm, dass die Stadt Ulm nach Stuttgarter Vorbild handelt. „Nur bei einem offiziellen ,Shutdown' kann eine Betriebsschließungsversicherung greifen“, betonte Schneider.

Stuttgart

„Shutdown“ in Ulm offiziell noch nicht beschlossen

Türke versicherte den Anwesenden, dass er die Verunsicherung nachvollziehen könne. Die Verwaltungsspitze der Stadt Ulm habe am Freitag vorerst allerdings keinen „Shutdown“ beschlossen. Man warte auf eine offizielle Anweisung des Landes Baden-Württemberg. Bis dahin könne das Ordnungsamt den Gastronomen nur raten, sich an die Empfehlung des Landes zu halten und Veranstaltungen ab einer Teilnehmeranzahl von 100 Personen in geschlossenen Räumen abzusagen.

Ein Rat, den die meisten der anwesenden Gastronomen nicht beherzigen werden. Schließlich müssen sie Fixkosten wie Miete und Löhne bezahlen. Der Tenor: Am liebsten wolle man den Betrieb vorerst schließen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Allerdings wäre diese Entscheidung aufgrund des bisher nicht erfolgten „Shutdown“ existenzgefährdend.

Deshalb empfahl die ebenfalls anwesende Karin Krings, Kreisvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), den Betrieb vorerst aufrecht zu erhalten, bis die Anordnung für einen „Shutdown“ erfolgt. Rainer Türke sagte, dass er davon ausgehe, dass dies in den nächsten Tagen der Fall sein wird.

Demzufolge wird der größte Teil der Ulmer Bars und Clubs am Wochenende ihre Türen öffnen. Es gibt allerdings drei Ausnahmen.

Wegen Corona: Diese Locations haben nach derzeitigem Stand am Wochenende geschlossen

  • Cabaret Eden
  • Vorglühbar
  • Rockside (bis zum Ende der Osterferien)