Im Kontext der Corona-Epidemie gilt bei dem zum schwedischen Husqvarna-Konzern gehörenden Ulmer Hersteller von Gartengeräten Gardena seit Aschermittwoch eine konzernweite Regelung für China-, Südkorea- und Italien-Urlauber. Sie dürfen demnach das Firmengelände nicht mehr betreten, sondern können ersatzweise zwei Wochen im Home Office arbeiten und somit die Inkubationszeit überbrücken. Gardena-Sprecher Heribert Wettels bestätigte die Vorschrift, die jedoch nicht den Charakter eines Zwangsurlaubs haben solle: „Es gibt keine Freistellung oder Bestrafung.“

Vorsichtsmaßnahme: Schutz der Belegschaft vor Ort

Vielmehr gehe es vor Ort um den gesundheitlichen Schutz der Belegschaft an den Standorten in Ulm und Umfeld – also auch Laichingen mit der Logistik sowie den Produktionswerken Niederstotzingen und Heuchlingen: „Wir wollen unsere Mitarbeiter schützen.“

So habe zuletzt eine Kollegin, die im Ausland war, von der Regelung Gebrauch gemacht. Insgesamt handle es sich um sechs Personen. Wettels räumte freilich ein, dass die Home-Regelung in der Produktion nicht umsetzbar sei. Allerdings sei dort auch niemand betroffen.

Husqvarna und Gardena richteten sich in Sachen Corona an den behördlichen Empfehlungen aus, es handle sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Für viele Büroarbeitsplätze sei mobiles Arbeiten heutzutage ohnehin normal.

Leonhard Weiss verschiebt Betriebsversammlung

Die neue Regelung des Industrieunternehmens mit Deutschland-Sitz in Ulm-Donautal und hier etwa 1000 Mitarbeitern ist die zweite Stufe einer konzernweiten Regelung zu Corona. In der ersten Stufe hat Husqvarna alle Dienstreisen in betroffene Regionen eingestellt. Mitarbeiter, die dort tätig sind, reisen auch nicht aus.

Göppingen/Ulm

Auch andere Unternehmen in der Region reagieren auf das Coronavirus: Das Göppinger Bauunternehmen Leonhard Weiss hat die für Freitag angesetzte Betriebsversammlung verschoben. „Wir sehen es als unsere oberste Pflicht und unternehmerische Verantwortung, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie deren Angehörige zu schützen“, sagt Dieter Straub, Vorsitzender der Geschäftsführung, in einer Pressemitteilung. Für die Veranstaltung hatten sich etwa 2.500 Menschen angemeldet.