Das hochansteckende Coronavirus verbreitet sich im gesamten Bundesland Baden-Württemberg - am Sonntagnachmittag stand die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle bei 200. Das hat auch Auswirkungen auf die Ulmer Region und auf den dortigen Schulbetrieb, denn nachdem die Lage und die Corona-Fallzahlen dort am Samstag unverändert blieben, wurde im Alb-Donau-Kreis am Sonntag ein weiterer Fall bestätigt. An mehreren Standorten in der Region um Ulm, Biberach und Umgebung bleiben die Schulen am Montag geschlossen.

Coronavirus in Langenau: Lehrer und Schüler der Ludwig-Uhland-Schule müssen zuhause bleiben

Im Alb-Donau-Kreis fällt in der Langenauer Ludwig-Uhland-Schule am Montag, 9. März, der Unterricht aus. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Eine Notfallbetreuung sei gewährleistet, heißt es. Alle Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern seien per Brief durch die Schulleitung informiert worden. Wie Nadine Maier von der Stadtverwaltung auf Anfrage betonte, hatte in der Ludwig-Uhland-Schule schon in den Tagen zuvor Personalmangel geherrscht. Da unter den Lehrern nun Urlaubsrückkehrer aus Südtirol sind und diese vorsorglich nicht in den Schule gehen, sei der Betrieb vorerst nicht aufrecht zu erhalten.

Coronavirus im Krei Biberach: Mehrere Schulen in Laupheim betroffen

Das Coronavirus ist am Freitag auch im Kreis Biberach angekommen. Am Samstag wurde bekanntgeben, dass es mittlerweile drei bestätigte Corona-Fälle in Biberach und Umgebung geben soll.

Die Verwaltung der zum Landkreis Biberach gehörenden Stadt Laupheim hat am Freitag bekanntgegeben, dass mehrere Bildungseinrichtungen am Montag geschlossen bleiben. Am Samstag wurde angekündigt, dass mit der Braith-Grundschule eine weitere Einrichtung am Montag nicht ihren Türen für Lehrer und Schüler öffnen wird, weil Kinder eines der drei Infizierten aus dem Kreis hier zur Schule gehen. Konkret betroffen sind davon:

  • Friedrich-Adler-Realschule Laupheim
  • Carl-Laemmle-Gymnasium Laupheim
  • Kindergarten St. Martin Untersulmetingen

Die Einrichtungen bleiben sowohl für Schüler als auch Lehrer und Betreuer geschlossen. Ob geplant ist, Schulen und Kindergärten länger zu schließen, will die Verwaltung zeitnah mitteilen.

Coronavirus im Kreis Biberach: Nach negativen Tests öffnen viele Schulen und Kindergärten am Dienstag

Update, 8. März 2020, 16:00 Uhr

Nachdem bereits viele Corona-Tests, die im Zusammenhang mit dem ersten Coronavirus-Fall im Kreis Biberach stehen, negativ ausgefallen sind, werden laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes viele Schulen und Kindergärten im Kreis am Dienstag wieder öffnen können. Eine Liste der Schulen und Kindergärten aus dem Kreis Biberach, an denen es Untersuchungen gab und die nun am Dienstag wieder öffnen könten, gibt es hier.

Coronavirus in Erbach: Schließung am Schulzentrum am Montag

Die Stadt Erbach gab am Sonntag bekannt, dass es am Montag wegen des Coronavirus Schließungen am Schulzentrum geben soll. Die Stadt reagiert auf Verdachtsfälle und will am Montag weiter informieren. Unterdessen hat auch die Donau-Iller Bank Versammlungen abgesagt.

Keine Schulschließungen in der Stadt Ulm und im Landkreis Neu-Ulm wegen Coronavirus

Im Ulmer Stadtgebiet gibt es nach Recherchen der SÜDWEST PRESSE am Montag keine Schulschließungen. An der Ulmer Friedrich-List-Schule wurden am Freitag jedoch Lehrer und Schüler, die in Südtirol im Urlaub waren, vorsorglich nach Hause geschickt.

Auch im Landkreis Neu-Ulm, wo es am Wochenende keine neuen bestätigten Coronavirus-Fälle gegeben hatte, findet der Unterricht statt, teilt Jürgen Bigelmayr vom Landratsamt mit. Alle Schüler und Lehrer, die in den Faschingsferien in Südtirol waren, sollen allerdings 14 Tage lang zuhause bleiben. Diese Regelung gelte für alle Schulen, auch für Berufsschulen. Wer Symptome des Coronavirus bei sich bemerkt, solle sich unverzüglich telefonisch bei einem Arzt melden.

Am Sonntag gab der Fußballbezirk Donau/Iller allerdings bekannt, dass er eine für Montag, 9.3.2020, geplante Infoveranstaltung am Anna-Essinger-Gymnasium wegen des Coronavirus absagen wird.

Folgen für Schulen und Kindergärten noch nicht absehbar

Welche Folgen der ministerielle Erlass haben wird, wird sich erst im Laufe der kommenden Woche zeigen, schreibt die Stadt Ulm in einer Pressemitteilung.

Derzeit würde sich abzeichnen. dass die Ganztagesgrundschulen Friedrichsau und Tannenplatz in den nächsten zwei Wochen aufgrund fehlender Lehrkräfte sehr wahrscheinlich keinen Nachmittagsunterricht anbieten können werden. Die Stadt bemühe sich, eine Nachmittagsbetreuung für die Kinder zu organisieren. In allen anderen Schulen wird es möglicherweise zum Ausfall einzelner Unterrichtsstunden kommen, aber nicht zu größerem Ausfällen.

Im Bereich Kindertageseinrichtungen würde sich ein Personalengpass in zwei Einrichtungen abzeichnen: Neben einem jahreszeitlich bedingt hohen Krankenstand sind mehrere Erzieherinnen vorsorglich nicht im Einsatz, weil eine Infektion für sie ein besonderes Gesundheitsrisiko darstellen würde. Die Abteilungsleitung bemühe sich, pädagogisches Fachpersonal aus anderen Einrichtungen abzuziehen, um Kitaschließungen zu vermeiden.

Coronavirus in Ulm: Einschränkungen im Schulbetrieb

Bislang steht fest, dass die Ganztagesgrundschulen Friedrichsau und Tannenplatz in den nächsten zwei Wochen „sehr wahrscheinlich“ keinen Nachmittagsunterricht anbieten können werden, teilte die Stadtsprecherin mit. „Die Stadt bemüht sich derzeit, eine Nachmittagsbetreuung zu organisieren.“ In allen anderen Schulen werde es möglicherweise zum Ausfall einzelner Stunden kommen. „Nicht aber zu großen Ausfällen.“

Gerhard Semler von der Abteilung Bildung und Sport kümmert sich um die Hygiene. Er kündigt an, dass in allen Ulmer Klassenzimmer, und das sind schätzungsweise über tausend, für Seifenspender gesorgt sein wird, damit Händewaschen auch im Klassenzimmer möglich ist. 

Ein Personalengpass zeichne sich derzeit in zwei Kindergärten ab: „Neben einem jahreszeitlich bedingt hohen Krankenstand sind mehrere Erzieherinnen vorsorglich nicht im Einsatz, weil eine Infektion für sie ein besonderes Gesundheitsrisiko darstellen würde“, so die Sprecherin. Man werde Fachpersonal aus anderen Einrichtungen abziehen, um Kitaschließungen zu vermeiden. Die Informationen seien unter Vorbehalt: Bei einer Epidemie handle es sich schließlich um ein dynamisches Geschehen.

Robert-Koch-Institut zum Coronavirus: Rückkehrer aus Südtirol sollen zuhause bleiben

Am Freitagmorgen hatte das Robert-Koch-Institut Südtirol als Coronavirus-Risikogebiet eingestuft. Im Anschluss hatten sowohl das Land, als auch Ämter und Schulen im Raum Göppingen sowie im Raum Ulm entsprechend reagiert. So wurden in Göppingen Südtirol-Rückkehrer an Schulen für 14 Tage nach Hause geschickt.