Mit dem Auto zum Kino fahren, klar, das geht seit Wochen: zum Ulmer Autokino auf dem Parkdeck des Blautalcenters oder zum Autokino Ulm auf dem Volksfestplatz. Aber jetzt beginnt auch bald wieder der reguläre Spielbetrieb nach der langen Schließung wegen der Corona-Krise: in Baden-Württemberg am Pfingstmontag, in Bayern am 15. Juni. Das erlauben jetzt die aktuellen Corona-Verordnungen, und die Kinobetreiber in Ulm und Neu-Ulm bereiten sich intensiv darauf vor.

Zum 1. Juni dürfen in Baden-Württemberg „Kultureinrichtungen und Kinos mit festen Sitzplätzen für bis zu 100 Teilnehmende wieder öffnen.“ Hierzu werde zeitnah noch eine gesonderte Verordnung erlassen, die Fragen zu Hygienevorschriften und Abstandsregeln beinhaltet, heißt es weiter.
Abgesehen davon, dass auch Kinos Kultureinrichtungen sind: Das Ulmer Xinedome wird sofort an den Start gehen und plant die erste Woche als „Testlauf“, sagt Hans-Otto Leibing. „Wir steigen vorsichtig wieder ein.“ In sechs Sälen sollen zwei bis drei Vorstellungen pro Tag laufen. Vor allem an Kinder- und Familienfilme für die Pfingstferien sei gedacht, zum Beispiel an „Onward – keine halben Sachen“.

Xinedome Ulm: Programm wird derzeit ausgearbeitet

Noch arbeite man am Programm, sagt Leibing, und man wolle mit einem strengen Hygienekonzept in puncto Sicherheit „nichts anbrennen lassen“. Ein Problem freilich seien die Filme. Einstweilen setze man auf das Repertoire und auf Titel aus der Zeit vor dem Lockdown. Denn vor Juli ist von den Blockbuster-Verleihen nichts Neues zu erwarten, Hollywood wartet auf die Öffnung der Kinos in den US-Metropolen, blickt auf den Weltmarkt. Die Konzerne haben viele Starts verschoben: den neuen Bond („Keine Zeit zu sterben“) etwa vorerst auf November. Am 16. Juli aber soll Christopher Nolans Thriller „Tenet“ mit John David Washington anlaufen und am 23. Juli die Disney-Produktion „Mulan“.

Dietrich-Theater setzt auf umfassendes Sicherheitskonzept

In Bayern öffnen die Kinos später und kleiner: am 15. Juni und in Sälen, die höchstens 50 Besucher fassen dürfen. Was erwartet die Neu-Ulmer Sailer-Gruppe fürs Dietrich-Theater? Roman Sailer sieht im Augenblick noch die Chance, dass auch in Bayern die 50-Besucher-Grenze nicht das letzte Wort ist. Er wartete am Mittwoch auf nähere Bestimmungen seitens der Regierung des Freistaats. Auf die Öffnung der Kinos ist Sailer freilich schon lange vorbereitet – mit einem umfassenden Sicherheitskonzept. Man werde im Dietrich-Theater in allen elf Sälen Filme zeigen, darunter zunächst „Nightlife“ mit Elyas M’Barek, den Oscar-Gewinner „Parasite“ oder den Actionfilm „Bad Boys For Life“. Man wolle im Juni auch gute Filme von kleineren Verleihen ins Kino bringen.
In Ulm ist die Sailer-Gruppe natürlich schon ab Pfingstmontag dabei: Zunächst wolle man die Lichtburg und das Mephisto wieder öffnen, dann das Obscura. Die Programme würden jetzt schnell erarbeitet.