Aufgrund der Corona-Krise dürfen Besucher im Landkreis Neu-Ulm die Kliniken der Kreis­spitalstiftung in Neu-Ulm, Weißenhorn und Illertissen nicht mehr betreten. Die Allgemeinverfügung des Landratsamts gilt auch für Altenheime und Pflegeheime, Reha-Einrichtungen, ambulant betreute Wohngemeinschaften, Hospize und Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Ausnahmen sind therapeutisch oder medizinisch notwendige Besuche, Handwerker in dringenden Fällen sowie betriebsnotwendige Lieferungen. Eine weitere Ausnahme gibt es für Angehörige von Not- und Härtefällen.

Ulmer Uniklinik: Auf Besuche verzichten

Das Ulmer Uniklinikum bittet Angehörige, auf Besuche zu verzichten. In Ausnahmefällen werde ein Besucher pro Patient in Absprache mit dem behandelnden Arzt zugelassen. Wer einen ambulanten Termin hat, soll wenn möglich allein kommen.

Große Veranstaltungen werden abgesagt

Das Landratsamt Neu-Ulm untersagt nun auch Veranstaltungen ab 500 Personen. Darunter liege die Entscheidung weiter bei jedem Veranstalter. Diese werden gebeten, ihr Vorhaben gemäß der Richtlinien des Robert Koch-Instituts zu prüfen und Veranstaltungen im Zweifel abzusagen.

In Ulm sind Veranstaltungen mit mehr 1000 Besuchern generell untersagt. Die Stadtspitze hat sich bei der Abwägung, wie viel Infektionsschutz sein muss und trotzdem das öffentliche Leben so weit wie möglich aufrecht erhalten werden kann, für einen „pragmatischen Ansatz“ entschieden: „Bis auf weiteres wird bei Veranstaltungsorten mit einer Kapazität ab 400 Personen die per Versammlungsstättenverordnung maximal zulässige Personenzahl halbiert“. In einer Location, die etwa für 1200 Personen zugelassen ist, dürfen sich nun maximal 600 Personen bei einer Veranstaltung aufhalten.

Zwischen 400 und 1000 Besuchern setze die Stadt also „statt intransparenter Einzelfallentscheidungen auf ein klares Kriterium, das für alle Veranstalter gleichermaßen Gültigkeit hat“, erklärt OB Gunter Czisch.

Veranstaltungen wegen Corona geändert oder abgesagt

Im Roxy in Ulm finden nun das Konzert von Dame am Freitag und der Musikmarathon am Samstag mit maximal 800 Besuchern statt. Abgesagt wurde für Samstag die Poolparty im Donaubad und das „Disco Inferno“ in der Oldtimerfabrik. Der Auftritt von Reinhold Messner am Samstag im CCU wurde auf den 29. November verlegt. Abgesagt wurde ebenso der Autofrühling am 29. März. Nicht statt finden nach derzeitigem Stand auch Sportlerehrung und Frühjahrsausschüttung der Bürgerstiftung, der verkaufsoffene Sonntag am 29. März aber schon.

Virus-Seuche für Hoteliers existenzbedrohend

Bei den Hoteliers haben die Umsätze „einen dramatischen Tiefstand“ seit Beginn der Corona-­Krise erreicht. Karin Krings, Betreiberin des Hotels „Goldenes Rad“ und Kreisvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), bezeichnet die Lage der Branche als „existenzbedrohend“.

Da Tagungen, Firmen-Meetings oder Fortbildungen der Uni sukzessive ausfielen, verzeichnet Krings im eigenen Haus einen Rückgang der Belegung um mehr als 30 Prozent. „Man muss jetzt einfach sehen, wie dramatisch das ist. Wir stehen ja erst am Anfang. Nach den Hotels und der Gastronomie wird das auf Wäschereien und Zulieferer durchschlagen“. Krings hofft nun, „dass die Banken für unsere Betriebe Verständnis haben“ und der Bund der Branche hilft: mit Steuerstundungen oder gar einer Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent für Speisen und Getränke.

IHK fordert Hilfen für die Wirtschaft

„Unbürokratische, schnell wirksame Liquiditätshilfen“ für die hiesige Wirtschaft fordert auch IHK-Hauptgeschäftsführer Max-Martin Deinhard ein. Die Kammer hat eine Blitzumfrage bei 327 Unternehmen in ihrem Einzugsbereich gemacht: 47 Prozent der regionalen Unternehmen erwarten in diesem Jahr Corona-bedingte Umsatzrückgänge. 30 Prozent befürchten sogar, dass ihr Geschäft um mehr als zehn Prozent zurückgehen wird.

Deinhard berichtet, dass die IHK derzeit von Fragen ihrer Mitgliedsunternehmen „förmlich überschüttet“ werde. Und auch im Ulmer Haus der Wirtschaft werden Meetings zusehends online abgehalten. Deinhard: „Ich fürchte, wir müssen uns alle etwas entnetzen.“

CDU sagt den Auftritt von Friedrich Merz ab


Politik Der für Samstag vorgesehene Jahresempfang des CDU-Stadtverbands Ulm und der Mittelstands-Union Alb/Donau Ulm mit Starredner Friedrich Merz ist abgesagt. „Es ist in der aktuellen Situation notwendig, den bestmöglichen Schutz vor der Ausbreitung des Corona-Virus zu gewährleisten“, schreiben die Stadtverbandsvorsitzende Barbara Münch und die Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer. Größere Menschenansammlungen sollten derzeit vermieden werden. Die Veranstaltung soll nachgeholt werden, „sobald dies möglich ist“, heißt es in der Mitteilung an die Medien.