Seine Semesterferien kann der Ulmer Student Hannes Metzger in diesen Tagen nicht genießen. Schließlich schränkt der städtische „Corona-Shutdown“ die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung drastisch ein. Rausgehen und Freunde in einer Bar treffen? Aktuell schwer möglich. Viele Locations müssen vorübergehend geschlossen bleiben. „Wenn ich schon die meiste Zeit zuhause verbringen muss, möchte ich etwas Sinnvolles tun“, dachte sich der 26-Jährige.

Seine Idee: Ein Nachbarschaftsportal für Ulm und die Region, das Helfer und Hilfsbedürftige während der Corona-Krise miteinander vernetzt. „Es gibt in der Umgebung einige Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören und auf fremde Hilfe angewiesen sind, etwa beim Einkaufen. Gleichzeitig sind viele Personen bereit zu helfen, wissen aber nicht, wo sie ihre Unterstützung anbieten können. Dieses Problem wollte ich lösen“, erklärt Metzger.

„Ulm hilft“: So funktioniert das Online-Portal

Seit Dienstagabend ist die Webseite „Ulmhilft.com“ online. Leute, die sich engagieren möchten, füllen ein Online-Formular aus. Sie geben unter anderem ihren Namen sowie Kontaktdaten an und teilen mit, welche Hilfe sie anbieten (beispielsweise Einkaufen, Kinderbetreuung oder Gassi gehen). Außerdem informieren sie darüber, an welchem Orten sie helfen können, etwa in der Ulmer Stadtmitte, Böfingen oder Langenau.

Wer Hilfe benötigt, kann auf der Website ein Online-Dokument abrufen, in der die Angaben aller Freiwilligen vermerkt sind. „Als Hilfsbedürftiger kann man also sehen, ob es eine Person in der Nähe gibt, die ihre Unterstützung anbietet, und sie anschließend direkt kontaktieren“, erklärt Metzger.

Helfen in Corona-Zeiten: 70 Freiwillige haben sich bereits gemeldet

Inzwischen haben sich mehr als 70 Menschen in die Helfer-Liste eingetragen (Stand: 18. März, 14.30 Uhr). Um den Ablauf vor allem für ältere Menschen zu erleichtern, richtet Metzger ab Donnerstag eine Hotline ein. Hilfsbedürftige können sich dann unter der Nummer 01520/7112972 melden und ihre Situation schildern. Metzger möchte die Anrufer anschließend an passende Helfer vermitteln. Unterstützt wird er bei dabei von seiner jüngeren Schwester.