Fast alle Tafelläden in der Region sind geschlossen oder stehen kurz vor ihrer Schließung. Was aber machen die Menschen, die am finanziellen Existenzminimum leben und auf diesen günstigen Einkauf von Lebensmitteln angewiesen sind? Die Aktion 100 000 der SÜDWEST PRESSE ruft deshalb zu einer Spendenaktion auf. Mit den eingehenden Spendengeldern werden Einkaufsgutscheine in lokalen Lebensmittelmärkten gekauft und über die Tafelläden in der Region an Bedürftige verteilt. Die können damit in den dortigen Supermärkten einkaufen gehen.

Die Tafelläden in der Region hatten in den vergangenen 14 Tagen alle dieselben Probleme: Kein Lebensmittelnachschub aus den Supermärkten, immer weniger ehrenamtliche Helfer, Eigenschutz und behördliche Anordnungen in Zeiten der Corona-Pandemie. Alle sechs Standorte, die vom Ulmer Roten Kreuz aus betreut werden, also in Ulm, Ehingen, Laichingen, Blaustein, Langenau und Erbach, sind geschlossen. Gleiches gilt für Senden und Weißenhorn, die vom Bayerischen Roten Kreuz und einem Verein versorgt werden. Illertissen hat noch einen Tag in der Woche geöffnet, Neu-Ulm bietet derzeit noch dienstags und donnerstags Waren an.

Gerade Ältere sind Stammkunden in den Tafelläden

Für Bedürftige ist es schwierig, mit dem wenigen vorhandenen Geld ohne Tafelläden über die Runden zu kommen. „Gerade am Ende des Monats nimmt die Anzahl der Menschen, die im Tafelladen einkaufen, dramatisch zu“, so die Erkenntnis von Aktionsleiter Karl Bacherle, der sein Büro genau gegenüber vom Ulmer Tafelladen hat und die Menschenansammlungen am Monatsende dort kennt. „Fällt dieser Billigeinkauf weg, bleibt oft nichts oder geht zu Lasten der Gesundheit. Da fast 80 Prozent der Klientel ältere Stammkunden in den Tafelläden sind , die vom Coronavirus besonders bedroht sind, muss eine Lösung her“, so Bacherle.

Einkaufsgutscheine könnten da kurz- und mittelfristig eine Lösung sein. Ursula Hammer vom Sendener Tafelladen würde die Gutscheine in rund 100 Briefkästen ihrer Kundschaft werfen lassen. In den vergangenen Tagen haben sich bei ihr einige junge Menschen zur Mithilfe gemeldet. Ulrike Tiefenbach vom Illertisser Tafelladen freut sich auf die Einkaufsgutscheine. Claudia Steinhauer aus Ulm will für ihre sechs Tafelläden nach einer Verteillösung suchen. „Das schaffen wir auch ohne personenbezogene Daten“, ist sich die Leiterin des Ulmer Roten Kreuzes sicher.

Wer die Tafelläden mit Einkaufsgutscheinen unterstützen will, kann dies ab sofort mit einer Spende auf die Konten der Aktion 100 000 tun (siehe Infokasten). Die Gutscheine werden mit einem Einkaufswert von 20 Euro ausgestattet sein. Teilnehmende Supermärkte und weitere Tafelläden aus der Region können sich bei Aktionsleiter Bacherle melden: Email aktion-100000@swp.de, Tel.: (0731) 156-331.

Aktion 100 000 hat Spendenkonten eingerichtet


Unterstützung Wer die Tafelläden in Ulm, Neu-Ulm, Ehingen, Langenau, Laichingen, Senden, Illertissen, Blaustein, Erbach und Weißenhorn und damit Menschen in Not unterstützen will, notiert auf der Überweisung an die Aktion 100 000 das Stichwort „Tafelladen“. Spenden-konten sind eingerichtet bei der Volksbank Ulm-Biberach (IBAN: DE 7963 0901 0000 0236 4018) und bei der Sparkasse Ulm (IBAN: DE4763050000 0000100003). Sie erhalten ab einem Betrag von 201.- Euro eine Spendenbescheinigung von der Aktion 100 000. Bitte Ihre komplette Anschrift hinterlegen. Ansonsten gilt der Überweisungsträger bis 200.- Euro als Zuwendungsbescheinigung.