„Hallo Stadtkind-Crew, traut ihr euch eine Lieferung nach Brasilien zu?“ Als Maxi Hartmann und Melek Baylas diese Nachricht über Facebook erhielten, dachten sie zunächst an einen Scherz. Die Betreiberinnen der Bar „Stadtkind“ am Theodor-Pfizer-Platz bieten in der Corona-Zeit einen Lieferservice an, fahren Drinks im Ulmer Stadtgebiet aus. Aber Brasilien?! Das muss wohl ein Witz sein, glaubten sie und gingen zunächst nicht auf die Anfrage ein. Doch der Mann ließ nicht locker, hakte weiter nach. Er wolle tatsächlich bestellen, die Auswahl der Getränke überlasse er dem Stadtkind-Team. Als dann die Zahlung per Paypal einging, waren Hartmann und Baylas baff. Der Kunde meinte es tatsächlich ernst. „Mit einer Bestellung aus Brasilien haben wir definitiv nicht gerechnet. Umso mehr freuen wir uns darüber“, sagt Hartmann.

Flaschenpost aus Ulm: Lieferung geht nach Santa Catarina

Am Freitag füllte das Duo einen „Negroni“ (Gin, Wermut, Campari) und einen „Manhattan“ (Bourbon, Wermut, Bitters) in zwei Flaschen ab und legten diese zusammen mit einem Rosmarin-Strauß in ein Päckchen. „Wir haben diese Drinks ausgewählt, weil man sie länger lagern kann. Schließlich sollen sie noch schmecken, wenn sie in Brasilien ankommen“, erklärt Baylas. In der kommenden Woche wollen die beiden Frauen das Päckchen zur Post bringen. Es geht an eine Adresse im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina.

Kunde kommt aus Ulm und arbeitet derzeit in Brasilien

Wieso kommt dort jemand auf die Idee, eine Bestellung bei einer Bar im rund 9000 Kilometer entfernten Ulm aufzugeben? Auf Nachfrage im Facebook-Chat erklärte der Kunde, dass er ursprünglich aus Ulm stamme und derzeit in Brasilien arbeite. Es sei früher gerne im Stadtkind gewesen und wolle die Bar „in dieser herausfordernden Zeit“ unterstützen.