Pizza, Chinesisch oder Essen beim Griechen – in Zeiten der Corona-Pandemie gibt es Speis und Trank in Lokalen nur zum Mitnehmen. Für die Gastronomen eine dankbare Möglichkeit, um trotzdem ihre Gerichte zu verkaufen, allerdings mit einem Nebeneffekt: Die To-Go-Packungen verursachen Müll, und nicht wenig.

„Im öffentlichen Raum, insbesondere in öffentlichen Grünanlagen hat der To-Go Müll deutlich zugenommen“, bestätigt Ulrike Gläser, Abteilungsleiterin Abfallwirtschaft bei den Entsorgungsbetrieben der Stadt Ulm (EBU). Schwerpunkte seien die Donauwiese und die Friedrichsau. „Nach einem Wochenende stapeln sich hier die Pizza-Schachteln.“

Der Müll stapelt sich neben dem Mülleimer

In Ulm stehen und hängen rund 1200 öffentliche Abfallbehälter. Die seien mehr als ausreichend, meint Gläser. Eigentlich. „Im Moment reichen die Mülleimer nicht, deshalb sammelt sich der Müll auch drum herum“, sagt sie. Derzeit würden die Mülleimer schon häufiger geleert. Wie oft das ist, unterscheide sich je nach Standort, konkrete Zahlen nennt sie nicht. Täglich aber würden die Mitarbeiter der Müllabfuhr und der Stadtreinigung ihre Runden fahren. Beim Bringsystem, also auf Recyclinghöfen oder Gartenabfallplätzen, gebe es Rückstaus bei den Einfahrten, weil nur eine begrenzte Anzahl an Personen anliefern darf.

30 bis 50 Prozent mehr Müll in Neu-Ulm

Auf der anderen Seite der Donau ist die Situation ähnlich. Sandra Lützel, Pressesprecherin der Stadt Neu-Ulm, sagt: „Auch bei uns ist das Müllaufkommen in der Corona-Pandemie erhöht. Je nach Wochentag sind es 30 bis 50 Prozent mehr Müll.“ Vor allem die To-Go-Verpackungen seien maßgeblich. „Pizzakartons, Eisbecher, Kaffeebecher sowie Hartschalen aus Aluminium, Kunststoff, Styropor. Diese Behältnisse werden nicht zerkleinert, sondern als Ganzes weggeworfen. Weiter gibt es mehr Aluminium-Folien, Servietten, Klarsichtfolien – also vermehrt Verpackungsmaterialien“, teilt die Pressesprecherin mit.
Konkret heiße das: Es fällt deutlich mehr Müll an. Besonders auffällig sei das an Plätzen, an denen viele Menschen unterwegs sind, etwa Spazierwege. Die Mitarbeiter der allgemeinen Stadtreinigung und der Straßenreinigung seien fleißig unterwegs.

Illegales Müllablagern an den Wertstoffinseln

Extrem sei es auch rund um die Wertstoffinseln, also dort, wo Altglascontainer und Ähnliches stehen. „Vor allem in diesem Bereich wird vermehrt Müll entsorgt, der dort nicht hingehört. Reifen, Sofas. Matratzen, Farbkübel.“ Die Mitarbeiter versuchten, schnellstmöglich einzugreifen. Oft kämen sie aber nicht hinterher, weil die Müllmengen so groß seien. Lützel weist darauf hin, dass so eine illegale Müllablagerung immer zur Anzeige gebracht werde.
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Ulm

Neu-Ulm stellt sechs zusätzliche Mülltonnen auf

Um dem Müllproblem in Neu-Ulm Herr zu werden, hat die Stadt sechs zusätzliche Abfallbehälter aufgestellt. Die roten, deutlich größeren Tonnen stehen am Donauufer und auf dem Schwal. „Wenn das Wetter gut ist“, sagt Lützel, „sind auch die am Ende des Tages voll.“

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Liter fassen die roten Mülltonnen, die in Neu-Ulm zusätzlich zu den Mülleimern aufgestellt wurden. Zum Vergleich: Ein öffentlicher Mülleimer in der Stadt fasst 40 bis 50 Liter.