Die Welt steht still. In Mailand geht niemand mehr shoppen, in Paris niemand mehr flanieren, und auch in New York sind die Straßen gespenstisch leer. Das Coronavirus hat das öffentliche Leben lahmgelegt. Auch in Ulm. Die Innenstadt ist wie leergefegt, selbst Münsterplatz und Hirschstraße sind derzeit kaum noch besucht. Das belegen Zahlen des Datenportals hystreet.com.

Hystreet.com: Datenportal erfasst deutlich weniger Fußgänger in der Ulmer Innenstadt

Das Kölner Start-up-Unternehmen misst die Passantenströme in einigen deutschen Innenstädten. Dafür hat die Firma Laserscanner an Häuserfassaden angebracht. Überschreiten Fußgänger eine gedachte Linie auf dem Boden, werden sie vom Scanner erfasst und gelten als gezählt. Das Ergebnis in Ulm: Die meisten halten sich offenbar an die Kontaktbeschränkungen. Die Scanner verzeichnen deutlich weniger Fußgänger – mit einer Ausnahme.

Baden-Württemberg

Trotz Corona: Wochenmarkt in Ulm bleibt beliebt

Samstagmorgens ist der Münsterplatz weiterhin stark besucht. Zeitweise sind sogar mehr Passanten auf dem Platz als vor der Corona-Zeit. Grund: der Wochenmarkt. Er bleibt bei den Ulmern beliebt – trotz aller Vorsichtsmaßnahmen.

Der Ulmer Münsterplatz ist samstagmorgens wegen des Wochenmarktes trotz Corona-Krise gut besucht.
Der Ulmer Münsterplatz ist samstagmorgens wegen des Wochenmarktes trotz Corona-Krise gut besucht.
© Foto: Quelle:hystreet.com/Grafik:Raiola

Passantenzahlen am Münsterplatz halbiert

Ansonsten gilt: kein Wochenmarkt, kaum Passanten. Ein gutes Beispiel dafür ist der vergangene Dienstag, 31. März: Mittags überquerten rund 700 Fußgänger pro Stunde den Münsterplatz. Vor der Ausbreitung des Coronavirus waren dort zur selben Zeit im errechneten Dienstags-Durchschnitt knapp 1.500 Menschen unterwegs.

Unter der Woche ist auch am Münsterplatz kaum noch etwas los.
Unter der Woche ist auch am Münsterplatz kaum noch etwas los.
© Foto: Quelle:hystreet.com/Grafik: Raiola

Passanten in der Hirschstraße: Vor Corona 6000 Fußgänger, jetzt 700

Noch dramatischer ist der Rückgang in der Hirschstraße. Die Läden haben zu, die Leute bleiben weg. Selbst samstags. Nur knapp 700 Fußgänger pro Stunde zählte der Hystreet-Scanner am Samstag, 28. März. Und das zu Stoßzeiten, in denen normalerweise mehr als 6000 Menschen durch die Shoppingmeile schlendern.

Auch an Samstagen verirren sich nur wenig Fußgänger in die Hirschstraße.
Auch an Samstagen verirren sich nur wenig Fußgänger in die Hirschstraße.
© Foto: Quelle:hystreet.com/Grafik:Raiola

Februar und März im Vergleich: 365.000 Passanten weniger

Die Krise in einer Zahl zusammengefasst: 503.933. So viele Hirschstraßen-Fußgänger zählte Hystreet insgesamt im März. Das klingt erst einmal viel – bis man die Zahl mit dem Passantenstrom in anderen Monaten vergleicht. Im Februar waren noch 865.000 Passanten in der Hirschtraße unterwegs. Heißt: Im März gab es 365.000 Passanten weniger. Das entspricht einem Rückgang von 41,7 Prozent.

Der Passantenstrom in der Hirschstraße im März. Am Ende des Monats ist die Corona-Krise deutlich sichtbar.
Der Passantenstrom in der Hirschstraße im März. Am Ende des Monats ist die Corona-Krise deutlich sichtbar.
© Foto: Quelle: hystreet.com/Grafik:Raiola

Anderer Ort, gleiches Bild: Auch am Münsterplatz spiegeln sich die Corona-Auswirkungen in den Zahlen wider. Das Passantenaufkommen pro Woche hat sich innerhalb des Monats halbiert. In der ersten März-Woche waren noch knapp 100.000 Menschen auf dem Münsterplatz. In der letzten nur noch 46.500.

Die Statistik zeigt: Die Corona-Regeln haben drastische Auswirkungen auf die Passantenzahl am Münsterplatz.
Die Statistik zeigt: Die Corona-Regeln haben drastische Auswirkungen auf die Passantenzahl am Münsterplatz.
© Foto: Quelle:hystreet.com/Grafik: Raiola