Die Stühle um den Ratstisch mit großem Abstand zum Nachbarn und den Zugang zur Sitzung grundsätzlich beschränkt: So sieht es aus, wenn der Gemeinderat und die Stadtverwaltung in Zeiten der Corona-Krise tagen. Am Mittwochnachmittag haben sich die Mitglieder des Bildungsausschusses unter Vorsitz von Bildungsbürgermeisterin Iris Mann getroffen und das nicht wie gewohnt im kleinen Sitzungssaal des Rathauses, sondern im großen, damit die Sache mit dem Abstand klappt.

Iris Mann wies zunächst auf die geänderten Bedingungen hin, auch dass Mitarbeiter der Stadtverwaltung angewiesen wurden, nicht zur Sitzung zu erscheinen, wenn es nicht unbedingt sein müsse. Woran sich etwa Gerhard Semler als Abteilungsleiter Bildung und Sport gehalten hatte, der davon ausging, dass „mein Tagesordnungspunkt durchgewunken wird“, nämlich dass die Stadt das Scholl-Gymnasium unterstützt, das Fach Informatik, Mathe und Physik (IMP) zum September als drittes Profilfach einzuführen. Vorberaten war das nämlich bereits im Schulbeirat. Semler sollte Recht behalten. Der Bildungsausschuss war einstimmig dafür, das Scholl-Gymnasium bei der Genehmigung beim Regierungspräsidium Tübingen zu unterstützen.

Gemeinderatssitzung Ulm mit Sicherheitsabstand zum Schutz vor Coronavirus

In der Sitzung hielten sich alle an den Abstand von gut eineinhalb Metern, was zunächst viele als unterhaltsam empfanden und darüber lachten. Nun gibt es keine Flüstereien oder Zwischengespräche mit dem Nebensitzer mehr, bemerkte auch Mann am Anfang. Je länger die Sitzung dauerte, umso näher rückten doch wieder einige Stadträte zueinander.

Für Zuhörer waren nur wenige Stühle waren aufgestellt, und die standen mit Abstand zueinander. Nur beim Verabschieden hatten manche Stadträte die Sache mit dem Abstand vergessen. Man kam sich näher, allerdings verzichteten augenscheinlich alle aufs Händeschütteln.

Am Donnerstag teilte die Stadt dann mit: Bis auf Weiteres finden keine Sitzungen städtischer Gremien mehr statt, es sei denn, es gibt einen außerordentlichen, triftigen Grund.

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