Um die rasche Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat die Stadt Ulm unter anderem beschlossen, alle Bars und Clubs bis zum 19. April zu schließen. Während dieser Zeit möchte Oliver Gomez, Betreiber der „Vorglühbar“ in der Ulmer Innenstadt, nicht untätig bleiben. Der Gastronom bietet einen Einkaufsservice für kranke und alte Menschen an. „Es ist eine einmalige Situation. Wir müssen jetzt als Gesellschaft zusammenrücken und uns gegenseitig unterstützen“, betont Gomez. Gemeinsam mit seinem Team habe er sich am Freitag deshalb überlegt, welchen Beitrag die Gruppe leisten könne. „Wir sind jung, haben Autos. Wir können mit dem Einkaufsservice verhindern, dass sich Menschen aus der Risikogruppe der Gefahr aussetzen müssen, beim Einkauf infiziert zu werden“, so Gomez.

Einkaufsservice der „Vorglühbar“: Anrufen und Liste durchgeben

Wer die kostenlose Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte, meldet sich telefonisch oder über „WhatsApp“ unter der Nummer 0179/4588114 und gibt seine Einkaufsliste sowie seine Adresse durch. Anschließend fahren die Mitarbeiter der „Vorglühbar“ zum Supermarkt oder zur Apotheke, kaufen die gewünschten Produkte ein und liefern sie aus. Um unnötigen Kontakt zu vermeiden, stellen die Lieferanten die Tüten samt Kassenbon vor die Haustür, klingeln, und fahren wieder weg. Den ausgelegten Betrag können die Hilfsbedürftigen über den Online-Bezahldienst „Paypal“ an die „Vorglühbar“ überweisen. „Ich habe gelesen, dass sich Menschen aus chinesischen Wohn-Communitys nach ähnlichem Prinzip versorgen. Ich glaube, dass das auch in Ulm funktionieren kann“, so Gomez.

Gomez und sein Team haben bereits zwei Aufträge erhalten

Das Team vom Einkaufsservice habe bisher zwei Aufträge erhalten. „Wenn sich das Ganze herumspricht, werden wir in dieser Woche sicherlich viel zu tun haben. Wenn wir durch unseren Lieferservice nur eine Neuinfektion verhindern können, hat sich unsere Arbeit schon gelohnt“, sagt Gomez.