Das Osterwochenende wird mit 20 Grad und mehr erfreulich warm werden. Und bis auf einzelne Wölkchen auch ansonsten überwiegend heiter, was die Menschen trotz der Schutzmaßnahmen wegen Corona ins Freie treiben wird. Die Osterzeit ist Eiszeit, doch während in Bayern der Straßenverkauf an Eisdielen mit Einschränkungen erlaubt ist, müssen die Menschen in Baden-Württemberg auf die Waffel mit Eis zum Spazieren verzichten.

Eis wegen Corona beim Lieferservice bestellen

In beiden Ländern gilt der Grundsatz, nur für wichtige Besorgungen die Wohnung zu verlassen und auf nicht unbedingt notwendige Erledigungen zu verzichten. Nun mag es für manche Menschen unaufschiebbar sein, eine Kugel Eis zu lecken. In Corona-Zeiten müssen sie darauf aber verzichten  – oder den Lieferservice in Anspruch nehmen, den manche Eisdielen anbieten. Ansonsten gilt: Die Gastronomie bleibt wegen der Gefahr einer Corona-Infektion geschlossen.

Ausnahmeregelungen vom Infektionsschutzgesetz in Bayern umgesetzt

Allerdings gibt es in den Verordnungen der Länder zum Infektionsschutz auch Ausnahmeregelungen wie beispielsweise die des Straßenverkaufs. Davon macht Bayern Gebrauch, Baden-Württemberg aber nicht. In einem Brief an die Betreiber der Eisdielen weist die Stadt Ulm darauf hin, dass ein „Außer-Haus-Verkauf“ nicht zulässig ist, ein Straßenverkauf von Eis daher nicht erfolgen darf. Lieferservice ist erlaubt, auch die Abholung von bestelltem Eis, wenngleich ein unmittelbarer Verzehr vor der Eisdiele aber streng untersagt ist.

Verkauf erlaubt, Verzehr vor Ort verboten

Eis ist auch für Sabrina Schemperle vom Landratsamt Neu-Ulm nicht zwingend für die Ernährung wichtig. Dennoch erklärt sie, dass der Eisverkauf in Bayern möglich ist – natürlich unter der strengen Abstandsregelung, auf die die Eisverkäufer verpflichtet sind zu achten. „Wenn es nicht gut laufen sollte, können wir schnell Betriebsuntersagungen aussprechen“, lässt Schemperle keinen Zweifel daran, dass die Behörden peinlich genau auf die Einhaltung des Infektionsschutzes achten werden. Schließlich sollen die Eisdielen keine „Anziehungswirkung“ haben, weshalb zwar der Kauf von Eis erlaubt ist, der Verzehr vor Ort, also unmittelbar bei der Eisdiele, aber nicht.

Menschen verhalten sich vernünftig

Massimiliano Lombardi vom Eiscafé da Venezia am Petrusplatz hat vergangenen Sonntag einen Testlauf mit einigen Eissorten unternommen und gute Erfahrungen gemacht. „Die Leute waren sehr vernünftig. Es hat gut geklappt“, sagt er, weshalb er nun auch sein ganzes Sortiment anbieten will.

Allerdings hat Lombardi Vorkehrungen getroffen. Vor der Theke sind Abstände auf dem Boden markiert, das Fenster ist abgehängt, jeweils darf nur eine Person, respektive eine Familie, Eis kaufen. „Ich freue mich, dass es erlaubt ist. Das ist auch für mich ein schönes Zeichen, wenn ich den Menschen etwas anbieten kann“, sagt Lombardi.

Ulmer Eisdiele wartet auf Soforthilfe

Das würde auf  der anderen Seite auch Giovanni Toscani sehr gerne. Er betreibt in der Walfischgasse in zweiter Generation das Rialto – an Straßenverkauf ist allerdings nicht zu denken. Über Ostern hätte er normalerweise ein gutes Geschäft gemacht. Das Geld fehlt ihm. Zwar hat er die mögliche Soforthilfe beantragt und auch genehmigt bekommen. Nur das Geld war am Dienstag noch nicht überwiesen, was ihn finanziell in große Nöte bringt. „Ich muss Miete bezahlen. Wie soll ich das machen, wenn ich keinen Umsatz habe?“ Lieferservice hat er zwar beworben, aber keine Resonanz erzielt, obwohl er mit Kühltruhen ausfährt.

So macht es auch Claudio Nestola vom Eissalon Dall’Asta. „Ich habe die besten Kunden“, sagt er und kann sich über fehlende Bestellungen nicht beklagen. Das Geschäft braucht er auch, schließlich hat er erst vor kurzem in die Renovierung seiner Räume investiert, die jetzt leer stehen.

Beim Kernenturm hoch über dem Remstal zwischen Fellbach und Esslingen schritt unterdessen die Polizei ein um den Konsum von Eis rund um ein Kiosk zu stoppen.

Drogeriemarkt Müller in der Hirschstraße in Ulm muss wegen Corona Abteilungen schließen

Der Drogeriemarkt Müller in Ulm hat trotz Corona-Krise geöffnet. Von Wettbewerbsverzerrung ist die Rede. Jetzt müssen in der Filiale in der Hirschstraße mehrere Abteilungen geschlossen werden.

Nichts offen im Alb-Donau-Kreis


Rechtsverordnung Wer öffnen darf und wer nicht, legt das Land in einer Rechtsverordnung fest, für deren Durchsetzung die Kommunen zuständig sind. Entsprechend verweist der Landkreis Alb-Donau auf die Städte und Gemeinden im Kreis. Die Verwaltungen in Blaustein, Blaubeuren, Erbach, Dornstadt und Langenau haben bestätigt, dass Eisdielen keinen Straßenverkauf anbieten dürfen.