Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist so stark gesunken, dass in allen Bundesländern Beschränkungen des öffentlichen Lebens gelockert wurden. Bis heute gelten jedoch regional unterschiedliche Regeln. Fast jede Woche werden einzelne Aktivitäten wieder erlaubt. Wie ist die aktuelle Lage in Baden-Württemberg und Bayern? Werden die Verordnungen in beiden Ländern angeglichen?

Freibäder wieder offen

Wenige Tage nach dem meteorologischen Sommeranfang durften die Freibäder in Baden-Württemberg ab dem 6. Juni wieder öffnen – mit entsprechender Hygieneverordnung. Daraus geht hervor, dass nur so viele Personen ein Bad betreten dürfen, dass jedem Einzelnen mindestens zehn Quadratmeter Platz bleiben. Ferner müssen die Kontaktbeschränkungen eingehalten werden, Körperkontakt ist also verboten. Damit es keine Warteschlangen gibt, sollen Eintrittskarten vorab online gekauft werden. Die Verordnung gilt natürlich auch für alle anderen Schwimmbäder.
In Bayern haben die Freibäder am 8. Juni wiedereröffnet. Anders als in Baden-Württemberg dürfen dort zunächst nur Badeanstalten im Freien öffnen. Dort gelten ebenfalls Besucherobergrenzen, diese sollen überwacht werden, berichtet infranken.de. Generell dürfen maximal 75 Prozent der Fläche des Schwimmbeckens belegt werden. Außerdem gelten alle öffentlichen Hygieneregeln, zusätzlich dürfen Sammelumkleiden nicht benutzt werden.

Auch in Bayern haben Fitnessstudios wieder geöffnet

Nachdem die Fitnessstudios in Baden-Württemberg nach Pfingsten wieder aufmachen durften, ist Bayern am 8. Juni nachgezogen. Allerdings gelten zumindest in Bayern strikte Auflagen. Beim Betreten und Verlassen des Studios muss jeder eine Maske tragen. Die Betreiber müssen regelmäßig lüften und Desinfektionsmittel bereitstellen.

Veranstaltungen wieder möglich

Konzerte, Theatervorstellungen und Vorträge dürfen in Baden-Württemberg wieder stattfinden, wenn maximal 100 Menschen teilnehmen. Diese müssen sich an die Hygiene- und Abstandsregeln halten. Dasselbe gilt für Kinos. In Bayern dürfen Kinos, Konzerthallen und Theater dagegen erst ab dem 15. Juni wieder öffnen. In geschlossenen Räumen dürfen maximal 50 Menschen teilnehmen, im Freien höchstens 100.

BW: Ab 9. Juni sind Feiern mit 99 Personen erlaubt

In Baden Württemberg dürfen sich derzeit im privaten Räumen maximal zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen. Wie der SWR berichtet, gilt diese Regeln auch für private Feiern, wenn diese in öffentlichen Veranstaltungssälen oder Restaurants stattfinden. Verwandte, Angehörige des gleichen Haushalts und Partner dürfen auch dann teilnehmen, wenn deswegen die Grenze von zehn Personen überschritten wird.
Ab dem 9. Juni dürfen sich privat bis zu 20 Menschen verabreden. Findet die Feier in einem öffentlichen Veranstaltungsraum statt, sind bis zu 99 Personen erlaubt – wenn die Hygieneregeln eingehalten werden. Die Kontaktbeschränkungen gelten weiterhin.
In Bayern dürfen sich derzeit im öffentlichen wie im privaten Raum maximal zwei Haushalte plus Partner treffen. Eine Verordnung des Bundes sieht jedoch vor, dass die Länder schon seit dem 6. Juni auch öffentliche Treffen von maximal zehn Personen erlauben können. Ungeachtet dessen soll nach einem Bericht des BR diese Zwei-Haushalte-Regel in Bayern mindestens bis zum 14. Juni gelten.

Reisewarnung wird aufgehoben – Quarantäne in Baden-Württemberg oft nicht mehr nötig

Die weltweite Reisewarnung hat das Bundeskabinett zum 15. Juni aufgehoben. Insbesondere für die meisten europäischen Staaten gelten dann keine Warnungen mehr. Ob die Bürger dann tatsächlich in ein bestimmtes Land reisen dürfen, hängt allerdings von den dortigen Bestimmungen ab.
Der Beschluss macht auch Busreisen wieder attraktiver. Laut SWR sollen diese ebenfalls ab dem 15. Juni wieder gestattet werden. Vorher sollen die zuständigen Ministerien eine entsprechende Hygieneverordnung ausarbeiten. Wann Busreisen von Bayern aus wieder angeboten werden dürfen, ist noch nicht bekannt.

Wer von außerhalb der EU kommt, muss in Bayern in Quarantäne

Wer aus einem anderen Staat nach Baden-Württemberg einreist, muss seit dem 6. Juni nicht mehr zwingend in Quarantäne. Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes sieht vor, dass sich nur noch diejenigen 14 Tage lang isolieren müssen, die aus Staaten kommen, in denen es innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind. Von dieser Regel sind jedoch diverse Personengruppen ausgenommen. Unter anderem muss nicht in Quarantäne, wer beruflich bedingt Grenzen passiert oder in diesem Zusammenhang in systemrelevanten Berufen arbeitet.
Wer bayerischen Boden betritt, muss dann in Quarantäne, wenn er von außerhalb der EU nach Bayern reist. Ausgenommen sind die Länder Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und das Vereinigten Königreich. Zusätzlich muss sich isolieren, wer über ein anderes Bundesland nach Bayern kommt und maximal drei Tage vorher noch in einem der betroffenen Länder aufgehalten hat.