Frau Wendt, tanzen Sie zurzeit oft daheim?

Privat tanzen wir gerade gar nicht (lacht).

Und beruflich?

Das schon, denn wir wollen unseren Schülern trotz der Zwangspause etwas bieten. Deshalb nehmen wir Tänze und kleine Line Dance-Choreographien von uns auf und stellen die Videos auf Tanzwiki online. Unsere Kunden können sie sich anschauen, die Figuren nachtanzen und sich so die Zeit daheim etwas vertreiben. Außerdem bieten wir Tanzsprechstunden übers Internet an.

Wie funktioniert denn eine Online-Tanzsprechstunde?

Wir vereinbaren mit den Schülern einen Termin, der dann nach Absprache über Skype stattfindet. Die Tänzer daheim bekommen somit eine persönliche Anleitung von uns: Tanz mal so, zeig mal das. Wir haben außerdem die Möglichkeit, direkt zu korrigieren. Unser Ziel ist es, auch weiterhin für die Menschen erreichbar zu sein und den Kontakt nicht zu verlieren.

Ihre Tanzschule bleibt vorerst geschlossen. Wie hart trifft Sie die Corona-Krise?

Natürlich haben wir damit gerechnet, dass die Betriebe schließen müssen. Wie alle anderen auch wurden wir dann aber doch von den Ereignissen überrumpelt. Wenn die Schließung tatsächlich nur bis zum 20. April dauert, kommen wir wahrscheinlich noch mit einem blauen Auge davon – einfach, weil wir viele Stammkunden haben und die versäumten Stunden nachholen können. Wenn es aber länger dauert, dann trifft uns das schon sehr hart. Besonders finanziell ist das ein Rieseneinschnitt.

Warum ist Tanzen auch in Zeiten der Corona-Krise wichtig?

Die Menschen haben schon immer getanzt – auch in Kriegs- und Krisenzeiten. Denn Tanzen und Musik, das bedeutet einfach Lebensfreude. Jeder ist irgendwie von der Corona-Krise betroffen. Mit unseren Online-Klassen versuchen wir deshalb, wenigstens ein wenig von dieser Freude nach außen zu tragen.