Frau Kesztyüs, kann man zurzeit gefahrlos fasten?

Das hängt davon ab, ob man zu einer Risikogruppe gehört oder nicht. Wer zu einer Risikogruppe gehört, dem würde ich kein klassisches Fasten empfehlen. Auch diese Leute können aber das 16-Stunden-Fasten machen. Alten Patienten mit Untergewicht würde ich grundsätzlich vom Fasten abraten.

Das Intervallfasten wäre ein Schwerpunkt in Ihrem Vortrag gewesen. Worum geht es dabei?

Beim täglichen Intervallfasten verzichtet man über Nacht für 16 Stunden auf Essen. Im Gegensatz zum klassischen Heilfasten kann man das ohne ärztliche Begleitung machen. Man sollte sich aber vorher informieren und braucht einen Plan, wie man mit dem auftretenden Hungergefühl umgeht.

Fasten Sie selbst?

Normalerweise mache ich das 16-Stunden-Fasten. Jetzt habe ich mir aber vorgenommen, für zehn Tage richtig zu fasten. Das ist die ideale Gelegenheit: Ich muss nicht aus dem Haus, kann mir die Arbeitszeit relativ frei einteilen und gehe niemandem auf die Nerven, wenn ich die ersten Tage ohne Essen nicht so gut drauf bin.

„Dem Darm etwas Gutes tun“

Wie wichtig ist die gesunde Ernährung in Corona-Zeiten?

Sehr wichtig. Unsere Ernährung beeinflusst unsere Darmflora und die hängt eng mit dem Immunsystem zusammen. Wenn ich mich jetzt vernünftig ernähre, den Haushaltszucker weglasse und viel frisches Obst und Gemüse esse, kann ich meinem Darm etwas Gutes tun. Außerdem sollte man die Bewegung nicht vergessen. Ich bemühe mich, jeden Tag rauszugehen oder Sport zu machen. Im Keller habe ich einen kleinen Sportbereich mit einem Trampolin und einem Rudergerät. Und ich gehe auch joggen oder walken.

Worauf müssen Sie wegen der Corona-Ausbreitung verzichten?

Eigentlich auf nichts, außer auf meinen Arbeitsplatz in der Universität. Die Uni ist ja im Notbetrieb, deshalb arbeite ich zuhause.

Können Sie als Forscherin im Home Office normal arbeiten?

Ich kann fast normal zuhause arbeiten, weil ich nur meinen Computer brauche. Wir schreiben momentan viele Forschungsanträge, das heißt wir haben keine aktive Studie laufen, in der ich Probanden oder Patienten betreuen müsste. Außerdem bin ich in ständigem Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen, wir machen da das Beste draus.