Die Wohlfahrtsverbände schlagen Alarm: Für die Not, die wegen Corona nun bis zu ihnen durchschlägt, gibt es keinen Topf. Sie wollen rasch und unbürokratisch helfen, doch es fehlt an Geld. Die Aktion 100 000 startet deshalb gezielt einen Spendenaufruf.

Kurzarbeit verschärft für viele die Lage

„Nun kommen Menschen zu uns, die sich bis jetzt gerade so über Wasser halten haben können und ganz ohne finanzielle Reserven dastehen“, sagt Alexandra Stork, Regionalleiterin der Caritas Ulm-Alb-Donau. Sie meint damit zum Beispiel den Vater von zwei Kleinkindern, der bisher nie bei der Caritas vorstellig geworden war, nun aber regelmäßig Vespertüten für sich und seine Familie holt. Sein durch Kurzarbeit geschmälerter Lohn reiche nicht aus, um sich, seine Frau und die Kinder mit Essen zu versorgen. „Dazu kommt, dass die Verpflegung in den Kindertagesstätten wegfällt, weil die wegen der Pandemie ja geschlossen sind“, betont Stork.

Auch die Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen und Familienplanung in der Schwambergerstraße hat mit Lebensumständen zu tun, die sich durch die Kurzarbeit zuspitzen. Wie etwa bei den jungen Eltern, die mit hohen Schulden,  Arzt- und Krankenhauskosten kämpfen. „Jetzt ist der Mann in Kurzarbeit und damit noch weniger Geld da“, schildert Margarita Straub, Leiterin der Beratungsstelle, in einem Brandbrief an Aktionsleiter Karl Bacherle die Not.

Finanzielles Ausmaß für viele noch nicht erkennbar

Das Thema Kurzarbeit plagt auch Elke Toth, Abteilungsleiterin bei der Diakonischen Bezirksstelle Ulm im Grünen Hof, zu deren Aufgaben Sozial- und Schuldnerberatung  gehört. Sie sagt: „Erst Ende April, wenn das erste gekürzte Gehalt da ist, werden die Leute das Ausmaß erkennen.“

Doch es könne noch schlimmer kommen. Eine Klientin sei ursprünglich wegen Kurzarbeit-Fragen gekommen, nun habe der kleine Laden, in dem sie gearbeitet habe, Insolvenz angemeldet. „Sie bekommt nun vom Arbeitgeber gar kein Geld mehr und muss Insolvenzgeld beantragen.“ Zur Überbrückung sei schnelle Hilfe nötig. Elke Toth: „Wir sind dankbar, dass wir nun von der Aktion 100 000 erste Lebensmittel-Gutscheine bekommen haben.“

Info Wer die Arbeit der Wohlfahrtsverbände mit einer Spende unterstützen möchte, vermerkt auf dem Scheck an die Aktion 100 000 das Stichwort „Notfallfonds“. Die IBAN bei der Volksbank Ulm-Biberach ist DE 7963 0901 0000 0236 4018) und bei der Sparkasse Ulm  DE 4763 0500 0000 0010 0003.